KIRCHENGEMEINDE IDENSEN/MESMERODE

Neuigkeiten unserer Gemeinde

„Wer erkennt es“ - Januar 2019

Auch im Monat Januar ist im Schaukasten wieder ein neues Rätsel aufgetaucht. Diesmal ist das Lied schon ein wenig älter, aber ab und zu wird es noch in den diversen Sendern gespielt.

Hier noch einmal der Text:

„Aus der Ferne betrachtet
sieht die Welt blau und grün aus.
Und die Berge haben Mützen aus Schnee.
Aus der Ferne betrachtet
treffen die Ozeane die Flüsse
und die Adler fliegen.

Aus der Ferne betrachtet
ist hier Harmonie
und diese ist wie ein Echo durch das Land.
Es ist die Stimme der Hoffnung,
es ist die Stimme des Friedens,
es ist die Stimme jedes einzelnen Menschen.

Aus der Ferne betrachtet
haben wir alle genug,
und niemand ist in Not.
Und da sind keine Waffen, keine Bomben und keine Krankheit, keine hungrigen Mäuler zu füttern.
Aus der Ferne betrachtet marschieren wir alle in einer Linie,
spielen Lieder der Hoffnung,
spielen Lieder des Friedens,
das sind die Lieder von jedem einzelnen Menschen.

Gott beobachtet uns,
Gott beobachtet uns,
Gott beobachtet uns,
aus der Ferne.

Aus der Ferne betrachtet
siehst du aus wie mein Freund,
gerade noch so gedacht, haben wir Krieg.
Aus der Ferne betrachtet
kann ich es einfach nicht verstehen,
für was all das Kämpfen gut sein soll.

Aus der Ferne betrachtet
ist hier Harmonie,
und dieses Echo geht durch das ganze Land.
Und es ist die Hoffnung der Hoffnungen,
es ist die Liebe der Liebe,
es ist das Herz von jedem einzelnen Menschen.“

Im ersten Moment muss ich da an den Astronauten Alexander Gerst denken, der während seiner Weltraummission immer wieder von seinen Ansichten aus der Ferne twitterte und bei seiner Rückkehr sich dann bei seinen Enkeln für den Zustand der Erde entschuldigte. Tiefsinnige Gedanken und eine großartige Geste.

Aber hierum geht es in dem Lied gar nicht.

Noch ein Bild kommt mir in den Sinn: In der Sendung Löwenzahn wurde einmal eine einzelne Mohnblume gezeigt, dann ging der Zoom immer weiter weg, so dass die einzelne Blume dann in einem Feld von Mohnblumen unterging, noch weiter weg, war das Auge nicht mehr in der Lage, die einzelnen Blumen zu unterscheiden, alles war ein rotes Blumenmeer. Überwältigend.

Mit diesem Bild vor Augen kann ich das Lied besser greifen. Von der Ferne gesehen, kann ich den Einzelnen nicht erkennen, ich kann nicht erfassen, aus welchem Grund oder mit welchem Gedanken mein Gegenüber etwas getan hat. Aus der Ferne betrachtet, sieht alles harmonisch und gut aus. Oft hat man diesen Blickwinkel, wenn man neu in eine Gruppe hineinkommt; alles ist noch neu und feine Schwingungen (positive wie negative) kann man noch nicht wahrnehmen. Zoomt man näher, lernt man die einzelnen Gruppenmitglieder besser kennen, so erkennt man: diese Menschen haben ein Problem miteinander, diese verstehen sich blind. Und lernt man die Personen dann noch näher kennen, so wird deutlich: das ist der Grund dafür und hier bestehen persönliche Eigenheiten, die beachtet werden sollten.

Wenn man sich die Bibel durchliest, entdeckt man, dass die Beziehung zwischen Gott und Mensch eine sehr persönliche Dimension hat. Gott hat den Menschen als ein Gegenüber geschaffen. Von Anfang an war es ihm wichtig, dass der Mensch in Beziehungen zu seinen Mitmenschen, aber auch in einer engen Beziehung zu Gott lebt. Damit wird der Mensch, der mit Gott in einer engen Beziehung lebt, eine andere Betrachtungsweise auf Gott haben, als der, der nur aus der Ferne auf ihn schaut.

Aus der Ferne das allgemeine Bild eines Gottes, gut und schön, aber nichts mit mir als Person zu tun. Je enger die Beziehung aber wird, desto deutlicher wird: Gott liebt dich, weil du so bist, wie du bist. Er schaut ganz genau hin und kennt dich. Im Monatsspruch für Januar wird es auch deutlich: Gott spricht: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde. (Gen 9,13). Gott kennt dich genau und hält zu dir. Der Regenbogen ein Zeichen der Hoffnung u.a. auf ein Verstehen untereinander, auf Frieden mit dem Nächsten, auf ein Miteinander in einem Ellenbogenland.

Und? Wer hat es erkannt?

Es ist „From a distance“ von Bette Midler aus dem Jahr 1990, welches man gelegentlich noch im Radio hören kann. Ich hoffe, noch viele nahe Bekanntschaften machen zu dürfen und ohne Vorurteile auf andere Menschen zugehen zu können. Nicht vergessen: Meist haben die Menschen einen Grund, warum sie so handeln und wirken, wie sie es tun.

Für alle Mitmenschen wünsche ich ein frohes und gesegnetes Jahr 2019.

                                                                       Geschrieben von Kirsten Gutleben

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