Gemeindegruppen und Verstaltungen sind aktuell ausgesetzt.
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Das Gemeindebüro ist nach Terminsprache zugänglich.

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Neuigkeiten unserer Gemeinde

Wer erkennt es – April 2021

Wieder ist ein Monat vergangen und wieder heißt es: „Wer erkennt es“. Für heute habe ich ein aktuelles Lied herausgesucht, ein Lied das mehrmals täglich im Radio läuft und bei mir zumindest immer gute Laune verbreitet. Vielleicht geht es Ihnen ja auch so? Hier erst einmal der Text:

Es war einmal ein Schiff, das in See stach,
der Name dieses Schiffes war Billy O' Tea
Die Winde frischten auf, ihr Bug senkte sich,
Holt weg, ihr harten Kerle, holt weg (huh)!

Möge bald das Versorgungsschiff kommen,
um uns Zucker und Tee und Rum zu bringen,
eines Tages, wenn die Arbeit erledigt ist,
werden wir unseren Abschied nehmen und gehen.

Sie war keine zwei Wochen auf See,
als voraus ein Kapwal auftauchte.
Der Kapitän befahl alle Mann und schwor,
er würde diesen Wahl ins Schlepptau nehmen.

Möge bald das Versorgungsschiff kommen,
um uns Zucker und Tee und Rum zu bringen,
eines Tages, wenn die Arbeit erledigt ist,
werden wir unseren Abschied nehmen und gehen.


Ehe das Boot auf das Wasser traf,
kam die Fluke des Wals nach oben und fing es auf,
Alle Mann standen bereit, harpunierten und bekämpften ihn,
als er nach unten weg tauchte.

Möge bald das Versorgungsschiff kommen,
um uns Zucker und Tee und Rum zu bringen,
eines Tages, wenn die Arbeit erledigt ist,
werden wir unseren Abschied nehmen und gehen.

Es wurde keine Leine gekappt, kein Wal wurde befreit,
der Geist des Kapitäns war nicht gierig,
aber er gehörte dem Glaubensbekenntnis der Walfänger an,
Er nahm das Schiff in Schlepptau.

Möge bald das Versorgungsschiff kommen,
um uns Zucker und Tee und Rum zu bringen,
eines Tages, wenn die Arbeit erledigt ist,
werden wir unseren Abschied nehmen und gehen.

Seit vierzig Tagen oder sogar noch länger
wurden die Leine lose und dann wiederum straff,
alle Boote waren verloren, abgesehen von vieren
und dennoch zog der Wal weiter.


Möge bald das Versorgungsschiff kommen,
um uns Zucker und Tee und Rum zu bringen,
eines Tages, wenn die Arbeit erledigt ist,
werden wir unseren Abschied nehmen und gehen.

Soweit ich gehört habe, läuft der Kampf noch immer,
die Leine ist nicht gekappt, und der Wal ist nicht verschwunden,
Das Versorgungsschiff ruft regelmäßig an,
um den Kapitän, die Mannschaft und alle zu ermutigen.

Möge bald das Versorgungsschiff kommen,
um uns Zucker und Tee und Rum zu bringen,
eines Tages, wenn die Arbeit erledigt ist,
werden wir unseren Abschied nehmen und gehen.

Möge bald das Versorgungsschiff kommen,
um uns Zucker und Tee und Rum zu bringen,
eines Tages, wenn die Arbeit erledigt ist,
werden wir unseren Abschied nehmen und gehen.

Das Versorgungsschiff, es hat vermutlich neben Zucker, Tee und Rum auch Lebensmittel geladen; also alles Dinge, die wir zum Leben brauchen. Neben dem täglichen Brot brauchen wir auch Lust- und Laune-Macher. Für einen einsamen Seemann ist das sicher ein Grog, der aus genau den genannten Zutaten gemacht wird. Ein kleiner Hoffnungsschimmer in seiner Einöde des Lebens. Und was ist für uns der Hoffnungsschimmer? Vermutlich aktuell das Ende der Begrenzung, das Ende der Einschränkungen aufgrund der Pandemie. Und was wird es sein, wenn das zu Ende ist? Was war es denn vorher?

In Jeremia 29,11 steht: „Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe das Ende, des ihr wartet.“ Und auch das Versorgungsschiff ist in Sichtweite, kann aber erst kommen, wenn die Arbeit getan ist. Solange der Wal noch lebt, wird es nicht kommen. Und solange wir noch eine Aufgabe auf der Welt haben, solange müssen wir auf unseren Heiland warten. Und dann werden sich unsere Hoffnungen erfüllen. Weiter im Lied heißt es: „Das Versorgungsschiff ruft regelmäßig an, um den Kapitän, die Mannschaft und alle zu ermutigen.“ Und auch wir werden ermutigt, durch viele kleine Zeichen, die uns zeigen: da ist jemand, auf den wir uns verlassen können. Die Schwierigkeit besteht nur darin, offen zu sein, diese Zeichen zu erkennen.

Und? Wer hat es erkannt? Das Lied heißt "The Wellermann" und wird vom 26-jährigen Schotten Nathan Evans gesungen. Er ist Briefträger und liebt Seemannslieder. Nathan Evans hat ein Video von dem 200 Jahre alten Lied aufgenommen und singt und musiziert gemeinsam mit seinen Internet-Bekanntschaften virtuell – also total Corona-konform.

Damit hat er einen Trend gesetzt; #seashanty: im Internet Seemannslieder singen und sich an anderen Gesängen beteiligen. Die Duettfunktion ermöglicht es, den Ursprungspost aufzugreifen und zu ergänzen. Das spiegelt das Leben im vergangenen Jahr wider, bei dem sich das Leben oft in Videocalls abspielt. Das Lied spricht vielen Menschen während der Pandemie aus ihrer Seele, sind sie doch so allein wie die Seemänner. Ob man nun auf einem Walfänger eingepfercht ist oder in den eigenen vier Wänden.

Früher sangen die Seemänner die Shantys bei ihrer Arbeit, der Takt und die Melodie unterstützen dabei. In der Regel wurde ein Text angesungen und dann von der Mannschaft aufgegriffen. In der heutigen Zeit sind es die Internetuser, die den Song aufgreifen und ihren Teil der Musik beitragen. Die Melodie und der Klang haben damals die Seemänner bei Laune gehalten und kann uns heute im Homeoffice, im Lockdown, in der Einöde unserer Zeit die gleiche Funktion haben.

"The Wellerman" schlägt bei der Videoplattform "TikTok" Wellen und es haben schon zahlreiche Userinnen und User mitgemacht und das Lied ebenfalls aufgenommen und ins Netz gestellt hat. Auch Prominente, wie zum Beispiel Gary Barlow von "Take That" machen mit. "The Wellerman" ist ein Ohrwurm. Es lädt zum Mitmachen ein. Selbst im Homeoffice hat man plötzlich die Gelegenheit, gemeinsam mit anderen zu musizieren und das auch noch Corona-konform. Und auch da ist sie wieder: Die Sehnsucht nach Normalität. Geht es uns zurzeit nicht allen so? (https://www.swr3.de/musik/poplexikon/lyrics/nathan-evans-the-wellerman-songtext-deutsche-uebersetzung-lyrics-100.html)

Das Bild vom letzten „Wer erkennt es“ stammt aus der Sigwardskirche und ist eines von den wunderbaren Deckengemälden in der Kirche. Wenn Sie das hier lesen und dies noch nicht in echt gesehen haben: kommen Sie vorbei, genießen die Stimmung in der Kirche und lassen Sie sich von den Gemälden beeindrucken. Es lohnt sich. Und diejenigen unter uns, die die Kirche gut von innen kennen, lade ich ein, sich mal wieder Zeit zu nehmen, und die Gedanken schweifen zu lassen und Hoffnung zu schöpfen.

Ich wünsche uns allen, dass uns das Versorgungschiff mit genug Zeichen versorgt, uns anruft, damit wir unsere Hoffnung behalten, damit uns unsere Wartezeit nicht lang wird. Ich wünsche uns, dass wir die Zeichen erkennen, die uns gegeben werden.

geschrieben von Kirsten Gutleben

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