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Neuigkeiten unserer Gemeinde

Wer erkennt es – Mai 2021WererkenntMai21

Der Frühling ist in vollem Gange, die Sonne strahlt und dennoch habe ich diesen Monat ein Lied mitgebracht, welches das Gegenteil ausdrückt. Aber hier erst einmal der Text:

Ich habe viele Dinge zu sagen
Gerade so viele Probleme in meinem Kopf
Aber wir können einen anderen Tag finden
Denn die Vögel singen
Die Vögel klingen
Die Mauern fallen herab

Ein anderes Leben, ein anderer Tag
Aber ich möchte nicht darüber redеn
Ja, wir können einen andеren Zeitpunkt finden
Denn die Vögel singen
Die Vögel klingen
Die Mauern fallen herab

Aber ich fühle mich immer noch besorgt, Baby
Das sind die Nächste, wo ich mich immer nervös fühle
Hilf mir, warum fühle ich mich, als würde ich alleine kämpfen?
Mhh, mhh
Alleine kämpfen
Mhh, mhh

Es passiert jeden weiteren Tag
Seit dem Moment, in dem ich aufwache
Ich möchte packen und wegrennen
Denn die Vögel singen
Die Vögel klingen
Die Mauern fallen herab


Ein anderes Leben, ein anderer Tag
Aber ich möchte nicht darüber reden
Ja, wir können einen anderen Zeitpunkt finden
Denn die Vögel singen
Die Vögel klingen
Die Mauern fallen herab

Aber ich fühle mich immer noch besorgt, Baby
Das sind die Nächste, wo ich mich immer nervös fühle
Hilf mir, warum fühle ich mich, als würde ich alleine kämpfen?
Mhh, mhh
Alleine kämpfen
Mhh, mhh

Mhh, mhh
Mhh, mhh
Ich fühle mich immer—
Mhh, mhh
Mhh, mhh

Aber ich fühle mich immer noch besorgt, Baby
Das sind die Nächste, wo ich mich immer nervös fühle
Hilf mir, warum fühle ich mich, als würde ich alleine kämpfen?
Mhh, mhh
Alleine kämpfen
Mhh, mhh
Aber ich fühle mich immer noch besorgt, Baby
Das sind die Nächste, wo ich mich immer nervös fühle
Hilf mir, warum fühle ich mich, als würde ich alleine kämpfen?
Mhh, mhh
Alleine kämpfen
Mhh, mhh

 

Ein erschreckender Text. „Die Vögel singen, die Vögel klingen, die Mauern fallen herab“ ist für mich etwas Positives, es klingt für mich nach Aufbruch, Neustart, Frühling. Aber der Sänger hat Angst davor, hat Angst vor Veränderungen, hat Angst vor dem Nächsten, hat ununterbrochen Angst. Was für ein grausames Leben, in dem man sich nicht darauf freuen kann, sich mit Freunden zu treffen, etwas Neues auszuprobieren, das Leben zu genießen.

Der Mensch, der hier beschrieben wird, ist krank, er hat Panik-Attacken. Er hat vor allem Angst, für „normale“ Menschen nicht verständlich. Und das ist - denke ich – eine der größten Schwierigkeiten einer psychischen Krankheit. Man sieht den Menschen, die unter solchen Attacken leiden, nicht an, worin ihr Problem liegt. Und aus dem Nichtverstehen kommt dann ein „Stell dich nicht so an“ heraus, was weder hilfreich noch sinnvoll ist. Wenn es so einfach wäre…

Eine ähnliche Krankheit ist die Depression, die viele Kinder und Jugendliche durch die Kontaktbeschränkungen von Corona bekommen haben. Auch das ist eine Krankheit, die schwierig zu verstehen ist. Und die Last daraus, die wird die Gesellschaft noch lange tragen müssen.Gerne würde ich den Erkrankten zurufen: „Ihr seid nicht allein. Da ist jemand, der immer für euch da ist. Lasst ihn in euer Herz und alles wird gut!“. Aber selbst wenn sie mich hören würden, selbst wenn sie mir glauben würden, wäre es ihnen nicht so ohne weiteres möglich, dies auch umzusetzen.

Im Neuen Testament findet man viele Stellen, in denen beschrieben steht, wie Jesus Kranke heilt. Meist wird von körperlichen Leiden beschrieben, aber ich kann mir vorstellen, dass auch damals schon geistig erkrankte Gläubige sich an ihn mit der Bitte um Heilung gewandt haben. Denn gerade eine geistige Erkrankung wurde als Last von Gott gesehen. So steht zum Beispiel in Psalm 39,11: „Wende deine Plage von mir.“ Die Heilungen von Jesus sind ein Vorgeschmack auf die kommende Welt Gottes, in der es weder körperliche noch geistige Leiden geben wird.

Aber wie kann mir dieses Wissen helfen, wenn ein Freund, ein Bekannter, mein Nachbar von einer solchen Krankheit betroffen ist? Vielleicht als erstes verstehen, dass derjenige nicht anders kann. Der Erkrankte meint es nicht persönlich, wenn er Kontakt abbricht, wenn er Dinge nicht mehr tun kann, die bis vor kurzem noch völlig normal für ihn waren. Und zum anderen: Geduld haben und die Person unterstützen, wann immer es für beide möglich ist. Da sein, wenn man gebraucht wird. Und nicht zuletzt der professionellen Hilfe vertrauen. Ein Weg aus diesen Krankheiten ist lang, manchmal unmöglich, aber damit er zu schaffen ist, muss vieles zusammenkommen.

Und? Wer hat es erkannt? Es ist das Lied „Anxious“ von Dennis Lloyd. Dennis Lloyd, mit bürgerlichem Namen Nir Tibor, ist ein israelischer Musiker, der mit seiner Single " Never Go Back" viel Aufmerksamkeit auf sich zog. Nun ist der Sänger mit einer neuen Single am Start. "Anxious" ist am 22. Januar 2021 erschienen. Noch gibt es kein Album von dem Künstler, erschienen sind lediglich einzelne Songs.

„"Anxious" ist ein Song voller Gefühle, Verletzlichkeit und Panik-Attacken. Mit großen Angstzuständen musste Dennis Lloyd lernen umzugehen. Dass das nicht immer einfach ist, ist wohl nichts Neues. Musik hat ihm persönlich geholfen diese schwere und düstere Zeit zu umgehen. Seine ersten Erfahrungen skizziert er im Songtext zu seiner Single "Anxious".“ (https://www.songtexte.com/news/anxious-die-neue-sehr-personliche-single-von-dennis-lloyd)

Ich finde, diese persönlichen Erfahrungen werden in dem Lied sehr gut dargestellt. Und obwohl das Lied so düster ist, höre ich es gerne, wenn es im Radio gespielt wird. Es erinnert mich daran, dankbar zu sein, wie es mir geht. Und es erinnert mich daran, wie schnell dies vorbei sein kann. Da ich auch in meinem persönlichen Umfeld eine Person mit Depression habe, weiß ich um die Schwierigkeiten, mit denen die Erkrankten kämpfen müssen. Und dieses Lied erinnert mich daran, immer wieder Geduld zu üben.

Das Bild vom letzten Mal waren die ersten Frühlingsblüher, die ich im Garten vor der Sigwardskirche entdeckt habe. Zu dem positiven, motivierenden letzten Lied fand ich diese genau richtig.

Ich wünsche uns allen, die richtigen Worte und die richtigen Gesten, wenn wir mit einer erkrankten Person umgehen. Und ich wünsche uns Verständnis und Geduld, was so wichtig ist.

geschrieben von Kirsten Gutleben

 

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