Gemeindegruppen und Verstaltungen werden wieder durchgeführt.
Gottesdienste und Konfirmandenunterricht finden unter Anwendung des Hygienekonzeptes weiterhin statt.

Die Sigwardskirche ist verlässlich täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Neuigkeiten unserer Gemeinde

Wer erkennt es – Juli 2021WererkenntJul21

Nach langer Zeit habe ich dieses Lied mal wieder im Radio gehört und mir dann den Text noch einmal angeschaut. Und so habe ich es für diesen Monat ausgesucht. Vermutlich erkennen Sie es sofort, es handelt sich um ein älteres Lied, welches ich in meiner Jugend so häufig gehört habe. Schauen Sie selbst. Hier jetzt der Text:

Das Tal ist so tief und die Berge so hoch,
wenn du Gott sehen willst, musst du auf die andere Seite gehen.
Du stehst dort mit deinem Kopf in den Wolken,
versuch nicht zu fliegen, denn du weißt nicht, ob du wieder herunterkommst.
Lieber Gott, versuch nicht zu fliegen,
denn weißt du nicht, ob du wieder herunterkommst.

Jesus kam herunter vom Himmel auf die Erde.
Die Leute sagten, dass es eine Jungfrauengeburt war.
Jesus kam herunter vom Himmel auf die Erde.
Die Leute sagten, dass es eine Jungfrauengeburt war.
Die Leute sagten, dass es eine Jungfrauengeburt war.

Er erzählte große Geschichten vom Herrn,
und sagte, dass er der Retter von uns allen wäre,
Er erzählte große Geschichten vom Herrn,
und sagte, dass er der Retter von uns allen wäre,
und sagte, dass er der Retter von uns allen wäre,

Dafür töteten wir Ihn, nagelte Ihn hoch hinauf.
Er ist auferstanden, wie um uns zu fragen: warum.
Dann stieg er in den Himmel auf,
wie um zu sagen, dass wir nur mit Gott aufsteigen können,
wie um zu sagen, dass wir nur mit Gott fliegen können.

Das Tal ist so tief und die Berge so hoch,
wenn du Gott sehen willst, musst du auf die andere Seite gehen.
Du stehst dort mit deinem Kopf in den Wolken,
versuch nicht zu fliegen, denn du weißt nicht, ob du wieder herunterkommst.
Lieber Gott, versuch nicht zu fliegen,
denn weißt du nicht, ob du wieder herunterkommst.

Der Weg zu Gott ist nicht einfach. Die Täler in unserem Kopf sind tief und die Berge darin umso höher. Um den Weg hinauf zu schaffen, um auf die andere Seite zu kommen, da braucht es schon Kondition. Tiefe Täler und hohe Berge, das weiß jeder Wanderer, sind nur mit viel Übung und Ausdauer zu bezwingen. Aber es lohnt sich doch, wenn auf der anderen Seite Gott zu finden ist.

Um bei dem Bild mit dem Wanderer zu bleiben: ein großes Problem ist doch, den richtigen Weg zu finden. Gestern habe ich ein Paar getroffen, die mit dem Fahrrad von Haste nach Steinhude wollten. Sie sind so lange im Kreis geführt worden, bis sie an der Sigwardskirche gelandet sind. Zufall? Sie waren begeistert von dem Kleinod, das sie sonst – ohne den Umweg – nie gesehen hätten. So konnten sie einmal innehalten, zur Ruhe kommen und haben zum Schluss noch den direkten Weg nach Steinhude gezeigt bekommen. Die Störche klapperten zum Abschied. Dieses Erlebnis wird sicherlich in ihrem Leben Raum erhalten.

Dieses Erlebnis zeigt mir wieder einmal, dass es eigentlich wenig wirklich schlechte Entscheidungen gibt. Ja, ein Weg – ein Lebensweg -  mag einen Umweg machen. Aber dafür bekommen wir vielleicht auf diesem Weg ein Geschenk, das wir auf dem direkten Weg nicht bekommen hätten. Eine Erfahrung, ein Erlebnis, eine Bekanntschaft? Und es übt uns Menschen, übt uns Entscheidungen zu treffen, übt uns geduldig zu sein, übt uns in den verschiedensten Lebensbereichen. Und nur so können wir irgendwann so geübt sein, dass wir die tiefen Täler und hohen Berge vielleicht erklimmen können, um auf die andere Seite zu schauen.

„Du stehst dort mit deinem Kopf in den Wolken, versuch nicht zu fliegen, denn du weißt nicht, ob du wieder herunterkommst.“ Mit dem Kopf in den Wolken ist man, wenn man nicht mehr die Realität sieht. Wenn man seine Umwelt, die Menschen um einen, nicht mehr sieht. Wenn man nur noch mit sich beschäftigt ist. Wenn man sinnbildlich in den Bergen unterwegs ist, dann kommt oft Nebel auf oder Wolken ziehen auf. Dann ist es noch schwieriger, eine Entscheidung zu treffen. Und Entscheidungen können nur dann gut getroffen werden, wenn man seine Umgebung mit einbezieht. Damit mit man nicht einsam und auf sich selbst gestellt das Leben nicht nutzt.

In dem Lied wird dann auf die Lebens- und Sterbegeschichte von Jesus eingegangen und – nicht zuletzt – von seiner Auferstehung. „Dann stieg er in den Himmel auf, wie um zu sagen, dass wir nur mit Gott aufsteigen können“.

An unseren Entscheidungskreuzungen ist es vielleicht nicht verkehrt, sich zu überlegen, was würden denn Jesus an dieser Stelle tun. Hierzu gibt es tatsächlich eine Bewegung, die hierauf abzielt: WWJD.

Wikipedia sagt dazu: „W. W. J. D. steht für „What would Jesus do?“ (englisch für „Was würde Jesus tun?“), die Abkürzung für einen Slogan, der vorwiegend auf Armbändchen zu finden ist. Hinter dem Slogan steht die Idee, durch solche Armbändchen erinnert zu werden, sich bei allem, was man tut, zu fragen, wie Jesus Christus in dieser Situation reagieren, handeln oder denken würde. Der Ausdruck ist dem Roman „In His Steps“ von Charles Sheldon aus dem Jahr 1896 entlehnt und ist die Grundlage, aufgrund derer ein Geschäftsmann seine Entscheidungen trifft. Jamie Tinklenberg entdeckte die Frage „Was würde Jesus tun?“ erneut. Im Januar 1989 trat der Jugendpastor der Wesleyan Church of Holland in Holland (Michigan) mit der Bitte an die Geschäftsleute Ken und Mike Freestone heran, Anstecker mit dem Ausdruck herzustellen. Die produzierten die Anstecker und brachten zudem ein Armband mit dem Ausdruck heraus. Die Armbänder verbreiteten sich rasch unter amerikanischen jugendlichen evangelikalen Christen und wurden zu einer Modeerscheinung. (https://de.wikipedia.org/wiki/W._W._J._D.)

Und noch eine Hilfe bekommen wir auf den Lebensweg: Von unseren Eltern haben wir einen Taufspruch erhalten, uns selbst haben wir einen Konfirmationsspruch ausgesucht. Wissen Sie ihre noch? Sonst schauen Sie einmal nach, auf den Urkunden sind diese abgedruckt. Vielleicht ist Ihnen ja wirklich ein Wegweiser bei Entscheidungen für oder gegen eine Richtung gewesen?

Und? Haben Sie es erkannt? Es ist das Lied „Hymn“ von Barclay James Harvest. Erschienen ist es im Jahr 1977, obwohl es bereits im Sommer 1971 für das Album Barclay James Harvest and Other Short Stories vorgeschlagen und abgelehnt wurde. Es wurde oft als Weihnachtslied missinterpretiert. Tatsächlich ist das Lied aber gegen die Gefahren des Drogenkonsums gerichtet und den an Drogen gestorbenen Musikern Jimi Hendrix, Paul Kossoff und Janis Joplin gewidmet. Besonders Ende der 1970er Jahre und in den 1980er Jahren war es ein häufig gespielter Titel in den deutschen Radiostationen.

Einfache Melodien und ein frommer Text. Das macht "Hymn" von Barclay James Harvest aus. Ein so frommer Text der fast das ganze christliche Glaubensbekenntnis beinhaltet. Und so kam es sogar dazu, dass der konservativste Bischof Deutschlands, Erzbischof Dyba aus Fulda, in einer Jugendmesse diesen Song bei einer Kommunion spielte. (https://www.swr.de/swr1/bw/musik/article-swr-9744.html)

Das Bild vom letzten Mal stammt aus der Sigwardskirche. Es geht um die Pfingstgeschichte, wie Sie sicher erkannt haben. Im Original, wenn Sie in der Kirche sitzen, wirkt es umso mehr. Schauen Sie wieder einmal vorbei.

Man kann also sehen: Die Interpretation von diesem Lied sind weit gefasst. Und so bleibt uns wohl nichts anderes übrig, uns unsere eigene Meinung über das Lied zu bilden. Aber ob es um Drogenkonsum oder einfache christliche Glaubengrundsätze geht, ist letztendlich egal. Es fordert uns auf, unseren Weg zu Gott zu finden, mit oder ohne Umwege.

Ich wünsche Ihnen allen, dass alle ihre Umwege Ihnen weiterhelfen, den Weg auf diesen hohen Berg zu finden. Auch der Weg dahin lohnt sich.

geschrieben von Kirsten Gutleben

Diese Webseite verwenden Cookies, um Ihnen ein angenehmeres Surfen zu ermöglichen. Bitte geben Sie uns dazu Ihre Zustimmung.