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Neuigkeiten unserer Gemeinde

Wer erkennt es – Februar 2022Sigward Grabstein

Nachdem wir im Januar ein hochaktuelles Lied betrachtet haben, gehen wir diesen Monat auf einen Oldie ein. Es stammt aus dem Jahr 1977 und ich denke, diesen Klassiker der Rockgeschichte kennen die meisten. Hier erst einmal der Text:

Ich schließe meine Augen,
nur für einen Moment und der Moment ist vergangen.
Alle meine Träume,
ziehen an meinen neugierigen Augen vorbei.

Staub im Wind,
alles was sie sind, ist Staub im Wind.

Dasselbe alte Lied,
nur ein Tropfen Wasser in einem endlosen Meer.
Alles was wir tun,
zerbröselt am Boden, doch wir weigern uns es zu sehen.

Staub im Wind,
alles was wir sind, ist Staub im Wind.

Nun warte nicht,
nichts hält für immer außer Erde und Himmel.
Es verschwindet alles,
und all dein Geld kann keine weitere Minute kaufen.

Staub im Wind,
alles was wir sind, ist Staub im Wind.
(Alles was wir sind, ist Staub im Wind.)

Staub im Wind,
(Alles ist Staub im Wind.)
alles ist Staub im Wind.
(Im Wind.)

Es ist ein sehr melancholischer Song, wenn Sie nachher die Musik dazu hören, werden Sie feststellen, dass nicht nur der Text sehr nachdenklich stimmt. Wiederholt wird mehrfach „Staub im Wind, alles ist Staub im Wind.“ Das erinnert an christliche Begräbnisse.

„Aus der Erde sind wir genommen, zur Erde sollen wir wieder werden, Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub“ – Ein Teil der Begräbniszeremonie ist diese liturgische Formel. Sie wird bei der Grablegung des/der Verstorbenen gesprochen. Diese liturgische Formel greift zwei Texte aus dem Alten Testament der Bibel auf. Zum einen wird auf das Schöpfungsgeschehen Bezug genommen: „Da machte Gott der HERR den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.“ (1. Mose 2,7) .
Die zweite Textstelle stammt aus 1. Mose, 3: „Denn Staub bist du und zum Staub kehrst du zurück.“

Das Lied weist uns also auf unsere Vergänglichkeit hin. In den einzelnen Strophen werden unterschiedliche Bestandteile des Menschseins betrachtet. In der ersten Strophe sind es unsere Träume. Träume, die in unserem inneren Auge vorbeiziehen und doch schon Staub im Wind sind. Träume sind doch die Antriebsfedern für unsere Handlungen, nur wer träumt, wer ein Ziel hat, kann doch entsprechend handeln. Ohne Träume hätte es keine großen Entdeckungen gegeben, die Menschen hätten keine Fantasie darauf gegeben, etwas zu erfinden, ein Land zu entdecken, zu forschen. Und doch, wenn man es bedenkt, werden Entdeckungen von neuen Entdeckungen überlagert, ein neuer Computer, ein neues Auto, ein neues Handy wird von einem besseren ersetzt, mit neuen Funktionen, die erfunden werden.

Ein Zitat aus dem Film „Men in black“:“ Vor 1500 Jahren hat jeder Mensch gewusst, dass die Erde der Mittelpunkt des Universums ist. Vor 500 Jahren hat jeder Mensch gewusst, dass die Erde flach ist und vor 15 min. haben sie gewusst, dass die Menschen auf diesem Planeten unter sich sind. Stellen Sie sich nur mal vor, was sie noch alles wissen - morgen.“ Aber neues Wissen, neue Erfindungen wird es nur geben, wenn der Mensch weiterhin neugierig bleibt und davon träumt, Dinge zu verbessern.

Also ja: Träume sind notwendig, aber doch vergänglich, so wie Staub im Wind.

Ein kleiner Abschweif: Am Sabbat ist es den Juden verboten, zu arbeiten. So ist es Ihnen verboten, Feuer zu machen, etwas zu kochen, etwas zu bedienen. Damit dies den Juden einfacher gemacht wird, den Sabbat einzuhalten, wurde ein Fahrstuhl entwickelt, der einen Sabbatschalter hat, damit kein Jude ein Etagenknopf drücken muss, das wäre verboten. Das Licht im Kühlschrank hat einen Ausschalter, damit man kein Licht macht, wenn man den Kühlschrank öffnet. Eine Sicherung mit Sabbatfunktion ermöglicht für das ganze Haus Licht und Strom für Musik zu programmieren. Schon spannend, was so alles möglich gemacht wird, wenn man träumt…

In der zweiten Strophe heißt es: „Dasselbe alte Lied, nur ein Tropfen Wasser in einem endlosen Meer. Alles was wir tun, zerbröselt am Boden, doch wir weigern uns es zu sehen.“

Was ist ein Tropfen Wasser im Meer? Er ist so verschwindend klein in der Masse der anderen Tropfen.

Für mich zeigt der Vergleich, wie unbedeutend wir eigentlich sind. Der US-Astronom Carl Sagen findet passende Worte für das Bild der Erde „Pale blue dot“ (ein Blick von der Voyager 1 auf die Erde (siehe hier: https://t.co/HShxS2673m?amp=1)): „Schau nochmal auf den Punkt. Das ist hier. Das ist zuhause. Das sind wir. Auf ihm hat jeder, den du liebst, jeder den du kennst, jeder, von dem du jemals gehört hast, jeder Mensch, der jemals existiert hat, sein Leben gelebt.“

Wie winzig ist die Erde hier im Vergleich zu dem riesigen Weltall. Und genauso winzig ist ein Tropfen im Meer. Heißt das aber, dass unsere Handlungen unbedeutend sind? Das vermag ich nicht zu glauben. Kommt es da nicht immer auf die Betrachtungsweise an?

Eine Handlung mag für die Gesamtgeschichte der Menschheit irrelevant sein, aber für einen persönlich kann sie einen gewaltigen Unterschied machen. Ob jemand eine helfende Hand reicht oder noch einmal nachtritt, das macht für die am Boden liegende Person einen Unterschied. Wer weiß, was sie tut, wenn sie vom Boden aufgestanden ist: Mit Hass auf die Menschheit oder mit positiven Gefühlen behaftet, wird sie wieder anders auf andere Menschen zugehen, was dann eine Kettenreaktion sein kann. Eine Reaktion gibt doch immer eine Gegenreaktion, wie die Psychologen postulieren. Und eine solche Kettenreaktion kann auch in der Menschheitsgeschichte auffallen. Ein Tropfen ist nur ein Tropfen, aber viele Tropfen können etwas bewegen.

Auch in der dritten Strophe geht es melancholisch weiter. „Nun warte nicht, nichts hält für immer außer Erde und Himmel. Es verschwindet alles, und all dein Geld kann keine weitere Minute kaufen.“ Im Prediger 3,14 steht: „Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: Geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit“. Ja, mit allem Geld der Welt kann man sich keine Zeit dazu kaufen, wenn es an der Zeit zu sterben ist. Und das ist für mich eines der wichtigsten Stellen hier im Lied. Denn es sagt mir: Nutze den Tag! Hier kann ich uneingeschränkt zustimmen. Bei allem was ich tue, so vergänglich meine Träume, meine Taten, ich selbst bin, soll ich nicht warten, sondern tätig werden. Wenn ich es heute nicht tue, werde ich es morgen vielleicht bereuen.

Und? Wer hat es erkannt? Es ist „Dust in the Wind“, ein Lied der US-amerikanischen Rockband Kansas. Es wurde 1977 erstmals auf dem Album Point of Know Return veröffentlicht. Das Stück erreichte im Februar 1978 Platz 6 in den Billboard Hot 100 und war damit der erfolgreichste Hit von Kansas. Eine bekannte Live-Version des Stücks findet sich auf dem 1978 veröffentlichten Album Two for the Show. Bei dem Stück handelt es sich um eine für die Band Kansas eigentlich untypische Rockballade. Die Single verkaufte sich schnell über eine halbe Million Mal und erreichte Gold-Status in den USA. Der Song wurde von Kerry Livgren – dem Gitarristen und Keyboarder der Band – geschrieben, nachdem dieser ein Buch über die Dichtkunst der amerikanischen Ureinwohner gelesen hatte. Inspiriert wurde er durch die Zeile „For all we are is dust in the wind“ („Denn alles, was wir sind, ist Staub im Wind“). Das Lied besteht aus drei Strophen. Eine weitere Strophe wurde geschrieben, aber nie veröffentlicht. (https://de.wikipedia.org/wiki/Dust_in_the_Wind)

Kansas ''Dust in the Wind' ist ein philosophischer Track, der sich hauptsächlich auf die Sterblichkeit und die darin enthaltene Eitelkeit konzentriert. Oder anders ausgedrückt, trotz der Bestrebungen der Menschen bröckelt schließlich „alles, was wir tun, zu Boden“, selbst wenn „wir uns weigern zu sehen“. Und der Titel bezieht sich nicht nur auf die unvermeidliche Auflösung der Dinge, die Menschen konstruieren, sondern vielleicht sogar noch mehr auf das Verständnis, dass unser Körper buchstäblich zu Staub zerfällt, wenn wir sterben. Darüber hinaus spielt das Lied auch auf die Tatsache an, dass Geld im großen Schema der Dinge unbedeutend ist, da es 'keine weitere Minute kaufen' wird. Dies bedeutet im Grunde, egal wie reich ein Mensch sein mag, er wird letztendlich das gleiche Schicksal erleiden wie alle anderen. Dieser Track erinnert uns also an die Wahrheit hinter allem, was wir tun, nämlich dass er flüchtig ist und nur eines Tages wie „Staub im Wind“ weggetragen wird (https://de.coatcolours.com/meaning-dust-wind-kansas)

Ich kann uns nur wünschen, dass wir von diesem Lied nicht melancholisch entführt werden, so dass wir immer wieder und immer weiter träumen, entdecken und neugierig bleiben. Denn wie heißt es am Ende: „Nun warte nicht, nichts hält für immer außer Erde und Himmel.“ Also: Nutze den Tag!

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