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Neuigkeiten unserer Gemeinde

Wer erkennt es – Juni 2022WererkenntJuni22

Der Frühsommer lockt uns aus unseren Häusern und wir treffen viele Menschen, die wir lange nicht gesehen haben. Schön ist es, Gemeinsamkeit und Gemeinschaft wieder zu erleben, Freunde wieder zu treffen und Unternehmungen vorzunehmen. Im Juni feiern wir die Gründung der Kirche, das Pfingstfest. Dabei fällt mir das folgende Lied ein, welches heute zu erkennen gilt. Hier der Text:

Manchmal rutsche ich weg

Schweigend

Ich verliere mich langsam

Über und über

 

Trost in meiner Haut

Endlos

Ergib dich meinem Willen

Für immer und ewig

 

Ich löse mich im Vertrauen auf

Ich werde vor Freude singen

Ich werde Staub enden

Ich bin im Himmel

 

Ich stehe in goldenen Strahlen

Strahlend

Ich entzünde ein Feuer der Liebe

Über und über

 

Endloses Licht reflektieren

Unerbittlich

Ich habe die Flamme angenommen

Für immer und ewig

 

Ich werde das Wort [Gottes] schreien

Springe ins Leere

Ich werde die Herde führen

Bis zum Himmel

Gerade in schwierigen Zeiten stellt man dieses Phänomen fest: Eine Situation führt zu einer anderen, und dann ist es nicht mehr möglich, die Folgen aufzuhalten. Wie bei einer Lawine, einzelne Brocken lösen sich, kann man diese vom Rutschen abhalten, dann geschieht nichts weiter. Wenn aber diese erst ins Rollen kommen und größere Brocken lösen, dann kommt das Ergebnis unaufhaltsam, die Lawine rollt und begräbt alles unter sich, was sich nicht retten kann. Übrig bleibt ein Feld der Verwüstung.

An eine solche Lawine muss ich denken, wenn ich die ersten Zeilen von diesem Lied höre. Man verliert den Halt, rutscht weg und verliert die Kontrolle über die Situation. Was übrig bleibt ist man selbst, mit den Gedanken, was man hätte anders machen können, anders hätte machen sollen. Um einen herum das Trümmerfeld von verpassten Chancen und zerstörten Vorstellungen.

Was einem dann beim Aufräumen hilft, sind unverhoffte Worte, eine spontane Umarmung, Mitgefühl und ein wirkliches Miteinander. Und diese Reaktionen kann man in einer guten Gemeinschaft erleben. Die Vorwürfe, die man sich selber macht, sind nicht mehr relevant, wenn man das erste gute Gespräch wieder führen konnte. Die Folgen der Lawine sind noch spürbar, aber nicht mehr wesentlicher Bestandteil für das Miteinander.

Man spürt den Trost aus der zweiten Strophe, schöpft Hoffnung. Gemeinschaft, Glauben, Hoffnung gehören genauso dazu wie Vertrauen. Vertrauen in einen selber, Vertrauen aber vor allem auch in die und von den Mitmenschen. Ein sehr bekanntes Konzept menschlicher Grundbedürfnisse stammt von Abraham Maslow. Es gibt noch zahlreiche weitere Überlegungen, was wir benötigen, um psychisch gesund zu sein. Manche Bedürfnisse werden immer wieder - so auch von Maslow - genannt, z.B. das Bedürfnis nach sozialen Beziehungen oder nach Kompetenz. Es ist also wichtig darauf zu achten, dass wir neben ausreichend Nahrung auch ausreichend Liebe und Gemeinschaft erfahren.

Wenn wir spüren, dass wir in einer Gemeinschaft Vertrauen erfahren und geben können, dann springt einem das Herz über, man möchte vor Freude singen, springen, die ganze Welt umarmen, Das genannte Grundbedürfnis ist erst einmal gestillt und das macht glücklich. Die Strophen 3 und 4 erzählen von diesem Gefühl, es ist großartig.

Auch Gott hat uns dieses Vertrauen geschenkt. Hat er uns nicht die Verantwortung für die Schöpfung übergeben? Hat er uns nicht als selbstdenkende Wesen geschaffen, die Entscheidungen treffen können? Und fängt er uns nicht jedes Mal wieder auf, wenn wir falsche Entscheidungen treffen, tröstet uns und schenkt uns neues Vertrauen? Jedes Mal wieder, so wie es eine Mutter ihrem Kind gegenüber tut? Was für ein weites Herz dieses bedeutet! Ich weiß nicht, ob der Songschreiber auch darauf hinauswollte, aber er schreibt von der Flamme der Liebe und von der Ewigkeit.

In der letzten Strophe wird nun dieses Gefühl weitergegeben. Er springt über seinen Schatten hinaus und gibt das Wort Gottes weiter. Diese Strophe erinnert mich an die Pfingstgeschichte, zum ersten Mal verkünden die Jünger Jesu das Wort an Fremde, auch sie überwinden sich und gehen in die Welt hinaus, um von Jesus zu berichten. Die Geburt der Kirche des Christentums wird mit diesem Ereignis verbunden. Daher passt dieses Lied auch so gut in diesen Juni, denn am 05. Juni ist dieses Jahr Pfingsten.

Und? Wer hat es erkannt? Es ist ein Song der Band Depeche Mode, Heaven.

„Heaven ist die erste Singleauskoppplung aus dem neuen Depeche Mode-Album Delta Machine und erschien am 1. Februar 2013. Die Single war mit viel Spannung erwartet worden, zumal Martin Gore im Vorfeld der Veröffentlichung Vergleiche mit Rod Stewart und 70er-Rock angestellt hatte. „Der Song ist für uns sehr untypisch, weil er nach 70er-Jahre-Rock klingt. Er erinnert mich beinahe etwas an Rod Stewart. Es ist eine moderne Variante, kein reiner 70er-Rock. Für uns war es auf jeden Fall ein interessanter Weg, den wir eingeschlagen haben. Der Song ist zwar weit von dem entfernt, was wir normalerweise machen, aber er klingt immer noch nach Depeche Mode“, so der Songwriter.“ (https://www.depechemode.de/diskografie/singles/heaven/)

Einen Kommentar zu diesem Lied möchte ich hier noch teilen, da dieser mich sehr beeindruckt hat:

„Ich denke, je länger man lebt, desto mehr erkennt man, dass das Leben einen Rhythmus hat und dass man das Schlechte mit dem Guten ertragen muss, damit alles leichter wird. Wenn Sie jung sind, entscheiden Sie sich vielleicht dafür, Probleme zu umgehen, aber das Alter lehrt Sie, dass es am besten ist, sie durchzustehen.
Für mich geht es in diesem Lied darum, die Fallstricke (die Leere) des Lebens zu akzeptieren, denn am anderen Ende davon ist Frieden (Himmel). Ich denke, die Person hinter dem Song hat lange genug gelebt und genug gelernt, um dies zu wissen, und bereitet sich sozusagen auf die Wirkung vor.
Es scheint auch einen etwas müden und sarkastischen Ton in der Lyrik „I'm in heaven“ zu geben. Als wäre es eine Art zu sagen: „Mach dir keine Sorgen, ich war schon einmal hier. Mir wird es gut gehen."
Also ja, ich sehe das Lied als von der zyklischen Natur des Lebens; Sich selbst immer wieder verlieren und finden und schließlich erkennen, dass man nie wirklich die Kontrolle hat. Dass das einzige, worüber du wirklich die Kontrolle hast, ist, wie du dich dem stellst, was das Leben auf dich wirft.“ (https://songmeanings-com.translate.goog/songs/view/3530822107859449064/?_x_tr_sl=en&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de&_x_tr_pto=sc)

Am 26.05.2022 starb der Keyboarder Andrew Fletcher, der die Band sehr geprägt hat. Aus diesem Grund sind die Band und ihre Songs derzeit sehr präsent. In einem Artikel vom Deutschlandfunk heißt es: „Fletcher war der Vermittler und Streitschlichter. Er traf als Dritter Entscheidungen für alle. Zudem brachte und hielt er die Band zusammen, gerade in schwierigen Zeiten, zum Beispiel als es schon einmal Auflösungsgerüchte gab. Letztlich war er der Kitt zwischen den Charisma-Köpfen.“ (https://www.deutschlandfunkkultur.de/andrew-fletcher-depeche-mode-tod-100.html) Eine nicht unwichtige Position zwischen lauter Individualisten.

Ich wünsche uns allen den Mut, Schattenspringer zu sein. Ich wünsche uns, das Vertrauen in uns selber zu spüren und es von den Mitmenschen geschenkt zu bekommen. Von Gott haben wir es sowieso schon.

geschrieben von Kirsten Gutleben

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