Kirchengemeinde
Idensen-Mesmerode

 

 

 

 

 

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Wir freuen uns, dass Sie die Homepage der Kirchengemeinde Idensen-Mesmerode besuchen. Mit weniger als 720 Gemeindegliedern sind wir eher eine kleine Gemeinde. Aber dafür herzlich und weltoffen.

 

 

 

Wer erkennt es – Dezember 2022

Endlich Dezember! Weihnachtslieder kommen aus allen Ecken, die Menschen sind froh gestimmt, aber auch leicht gestresst. Das Lied, dass ich dieses Jahr für die Dezemberausgabe ausgesucht habe, kennt jeder. Wirklich jeder. Also: keine Ausreden, genau lesen und benennen. Hier der Text:

Ihr kennt Dasher und Dancer und Prancer und Vixen
Comet und Cupid und Donner und Blitzen
Doch kennt ihr das berühmteste Rentier von allen?

Rudolph, das Rentier mit der roten Nase
hatte eine sehr leuchtende Nase
Und wenn du diese mal gesehen hast,
würdest du sogar sagen, dass sie glüht.
All die anderen Rentiere
lachten ihn deswegen immer aus und verspotteten ihn.
Sie ließen den armen Rudolph
nie bei ihren Rentier-Spielen mitspielen.

Aber dann, an einem nebligen Heiligabend,
sprach der Weihnachtsmann:
"Rudolph, würdest du mit deiner leuchtenden Nase
meinen Schlitten heute Nacht ziehen?"

Oh, wie liebten die Rentiere ihn da
als sie fröhlich riefen:
"Rudolph, mit deiner roten Nase
wirst du in die Geschichte eingehen!"

Und, habe ich Recht gehabt? Natürlich kennen Sie das Lied, es ist auf (fast) jeder Weihnachts-CD oder Weihnachtslied-Mischung zu finden. Es wird auf jeder Weihnachtsfeier und auch im Kindergarten gespielt. Und dennoch habe ich es für diese Betrachtung ausgesucht. Meines Erachtens wird nämlich ein wesentlicher Aspekt dieses Liedes nie wirklich wahrgenommen.

Dieser Aspekt wird in diesen Zeilen widergegeben: „All die anderen Rentiere lachten ihn deswegen (wegen der leuchtenden Nase) immer aus und verspotteten ihn. Sie ließen den armen Rudolph nie bei ihren Rentier-Spielen mitspielen.“ Haben Sie sich darüber schon einmal Gedanken gemacht?

Ein Mitglied dieser Gemeinschaft sieht anders aus, als die anderen. Aus diesem Grund wird er von den anderen Mitgliedern der Gemeinschaft ausgelacht und ausgeschlossen. Hierbei handelt es sich um Diskriminierung, bis hin zum Mobbing. Und das unter der Leitung des Weihnachtsmanns, dem Inbegriff eines wirklich guten Menschen. Was soll mir das sagen? Nun: Mobbing passiert, jetzt, heute, immer und überall. Und meistens, ohne dass diese Tätigkeit Außenstehende mitbekommen.

„Eine PISA-Sonderauswertung ergab, dass rund jede*r sechste deutsche Schüler*in Opfer von Mobbing ist; und rund 60 Prozent der Erwachsenen sind einer Studie zufolge in Mobbing oder Cybermobbing involviert.“ (https://mitvergnuegen.com/2019/mobbing-fakten-was-tun/). Diese Zahlen sind unglaublich. Damit ist mehr als jeder zweite Erwachsene in Mobbing involviert. Wenn Sie Zeit haben, lesen Sie einmal den verlinkten Artikel, er ist zwar sehr erschreckend, klärt aber sehr gut über Mobbing auf. Es ist einfach, sich aus einer Gruppe heraus einen einzelnen Menschen herauszupicken und aus Spaß erst ein wenig zu ärgern, bis es sich verselbständigt und sich zu Herablassungen der besonderen Art ausprägt. Teilweise entwickelt sich eine Art Wettkampf, wer am meisten Angriffe auf die Person abgeben kann.

Eine besondere Art des Mobbings ist das Cybermobbing. Es findet im Internet statt und ist daher noch einfacher und leider auch effektiver durchzuführen. Denn hier kann man auch anonym herablassend tätig sein und die Verbreitung ist schnell und umfassend. Das Mobbingopfer kann sich hier nicht einmal wehren, da es in der Regel die Angreifer gar nicht kennt.

Schon in den 10 Geboten wird klargestellt: Mobbing geht in einer Gesellschaft gar nicht. „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinem Nächsten“ (8. Gebot). „Das achte der zehn Gebote (2. Buch Moses Kapitel 20) meint sinngemäß, dass die Mitmenschen nicht belogen, verraten, verleumdet oder ihr Ruf verdorben wird, sondern dass gut von ihnen gesprochen und alles zum Besten gekehrt wird. „Du sollst nicht lügen“ gilt nicht nur für Christen, die die zehn Gebote befolgen, sondern für jedermann, da dieser Grundsatz auch mehrfach in deutschen Gesetzen verankert ist. Zeugen bei einem Strafprozess beispielsweise sind grundsätzlich zur Wahrheit verpflichtet, anderenfalls machen sie sich strafbar (§ 153 StGB). Auch in § 13 SG (Soldatengesetz) ist geregelt, dass ein Soldat in dienstlichen Angelegenheiten die Wahrheit sagen muss. Dies gilt auch für Richter in Deutschland (§ 38 Deutsches Richtergesetz). Für Arbeitszeugnisse ist der Grundsatz der Zeugniswahrheit zwar nicht unmittelbar in § 109 GewO enthalten, es muss jedoch nach dem Wortlaut klar und verständlich sein und der Grundsatz der Zeugniswahrheit ist allgemeine Ansicht.“ (https://www.rehm-verlag.de/arbeitsrecht-und-tarifrecht/blog-arbeitsrecht/du-sollst-nicht-falsch-zeugnis-reden-wider-deinen-naechsten/)

Auch in der Bibel wird diskriminiert, ich denke da an das Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lukas 10, 25-37) und an die Geschichte vom Zöllner Zacharias (Lukas 19, 1-10). Hier handelt es sich um Diskriminierung, nicht um Mobbing. Der Unterschied liegt in der Motivation: „Im Unterschied zum Mobbing gibt es für Diskriminierung ein bestimmtes Motiv, beim Mobbing ist dieses oft nicht ersichtlich, sondern jemand wird meist zum Gelegenheits- oder Zufallsopfer. Wenn man diskriminiert (aus dem Lateinischen: „Unterscheidung“) wird, liegen die Gründe meistens im Anderssein: derjenige, der jemanden diskriminiert, hat oft Vorurteile, etwa gegenüber Menschen fremder Herkunft, mit ausländischem Aussehen oder anderer Weltanschauung.“ (https://www.bkkpfalz.de/wir-versichern/junge-leute/risiken-sorgen/wehr-dich/diskriminierung.) Einen wirklichen echten Grund für das eine oder das andere gibt es nicht. Und Jesus hat uns ganz klar gezeigt: so nicht! Er hat sich über Vorurteile hinweggesetzt, hat sich mit den leidenden Personen auseinandergesetzt und sich zu ihnen bekannt.

Das ist nicht einfach. Es besteht die Angst, dass man selber zur Zielscheibe der Gruppe werden könnte. Denn Fake-News lassen sich über jeden erfinden und erzählen. Sie sind einfach nicht wahr, übertreiben und lassen jeden schlecht aussehen. Und dennoch: Wenn nicht wir dagegen etwas tun, wer dann?

Jesus hat es uns vorgemacht: er ist mit offenem Herzen auf andere Menschen zugegangen, hat sie kennengelernt und ihnen Hoffnung gemacht. Wenn wir uns wirklich als Christen verstehen, dann sollten wir ihm auch in dieser Disziplin nachfolgen. Ich bin mir sicher, wenn wir dies tun, werden wir die eine oder andere Überraschung erfahren.

Im Lied geht es gut aus: In einer nebligen Weihnachtsnacht ist das Anderssein von Rudolph die Rettung für den Weihnachtsmann, er kann die Geschenke doch noch verteilen. Und Rudolph ist damit der Held der Stunde. Dieses Happy-End erleben nicht viele Gemobbte. „Kinder, die beim Mobbing, sowohl als Opfer als auch als Täter (als sogenannter Bully) – beteiligt sind, haben dreimal wahrscheinlicher suizidale Gedanken im Alter von 11-12 Jahren laut neuen Forschungsergebnissen der Universität von Warwick.“

(https://psylex.de/stoerung/suizid/faktoren/mobbing/)

Wir lieben unsere Kinder und Enkelkinder so sehr, bekommen diese Entwicklung aber oft genug nicht mit. Weil wir nicht genug hinschauen, weil wir nicht tätig werden. Die Wahrheit zu sehen, ist nicht so leicht: Wer sollte denn unser Kind nicht mögen? Die Opfer können in den wenigsten Fällen auf sich aufmerksam machen.

 

Und? Haben Sie es erkannt? Natürlich. Aber haben Sie den Text jemals so wahrgenommen? Vermutlich nicht. Dieses schwungvolle Weihnachtslied verbreitet gute Stimmung, Rudolph wird vor allem als Held wahrgenommen. Mit seinem kuscheligen Fell und der niedlichen Nase im Positivsten aller Sinne.

„Rudolph, the Red-Nosed Reindeer (Rudolph, das rotnasige Rentier) ist der Titel eines auf einem Malbuch für Kinder basierenden Weihnachtslieds von Johnny Marks, das 1949 in der Interpretation von Gene Autry auf Single erschien und Millionenseller-Status erreichte. Es gab mehrere Verfilmungen, darunter 1998 auch einen Zeichentrickfilm in Spielfilmlänge. Die Idee für den auf dem Malbuch basierenden Song blieb in der Familie, denn Song-Autor Johnny Marks war der Schwager von May. Zunächst gestaltete sich die Suche nach einem Interpreten schwierig, denn der weihnachtsliederfahrene Bing Crosby (White Christmas) lehnte ab. Für ihn war der Text zu jugendlich. Mays Verserzählung folgt dem Hässliches-Entlein-Prinzip, denn das Rentier Rudolph wird von seinem Umfeld drangsaliert, weil er eine rot leuchtende Nase hat. Schließlich macht er aber beim Weihnachtsmann als Nebelscheinwerfer Karriere. Übrig blieb der als „singender Cowboy“ bekannte Gene Autry. Aufgenommen wurde die Single Rudolph, The Red-Nosed Reindeer / If It Doesn’t Snow on Christmas (Columbia #38610) am Schluss der Aufnahmesession vom 27. Juni 1949 in nur einem Take mit den Pinafores als Chor und mit Orchesterbegleitung. Columbia veröffentlichte den Song am 1. September 1949; er erreichte am 3. Dezember 1949 die Hitparade, in der er erst nach Weihnachten, am 7. Januar 1950, für eine Woche an Rang Eins stand. Der große Erfolg, so schrieb Autor Johnny Marks im Jahre 1950, war die perfekte Umsetzung der Komposition durch Autry, „mit einem 2-taktigen Intro, Solo-Chor im Tempo, 32-taktigem Instrumentalteil, und der Schlusschor mit den Pinafores.“ Marks bekannte später, dass er Autry eigentlich nur Tintenflecken auf einem Stück Papier überlassen habe, was Autry musikalisch und textlich in Sound übersetzen konnte. Viele großartige Songs seien lediglich wegen fehlerhafter Umsetzung erfolglos geblieben.

Rudolph war der größte Hit des Columbia-Labels (South Carolina), der im Jahre 1949 auf Anhieb 2 Millionen Exemplare umsetzte, und insgesamt 8 Millionen Mal verkauft worden ist. Die offizielle Website von Gene Autry geht gar von 12 Millionen Exemplaren aus. Eine Goldene Schallplatte hierfür wurde erst am 10. November 1968 verliehen.

(https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolph,_the_Red-Nosed_Reindeer)

Ich hoffe, ich habe Ihnen dieses Lied nicht verleidet. Aber vielleicht habe ich Ihnen, wenn Sie es das nächste Mal hören, den Gedanken eingepflanzt, einmal auf Ihre Nächsten zu schauen. Vielleicht braucht er ja Ihre Unterstützung?

Ich wünsche Ihnen eine wundervolle Weihnachtszeit mit tollen Begegnungen, mit Freunden und Fremden, auf die Sie vielleicht mit offenen Herzen zugehen können. Und ich wünsche Ihnen, dass Sie und Ihre Lieben nie beim Mobbing involviert sind.

geschrieben von Kirsten Gutleben

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