Die Zukunft im Blick – gemeinsam Kirche gestalten
Die diesjährige Gemeindeversammlung hat deutlich gemacht: Unsere Kirchengemeinde steht vor großen Veränderungen. Zugleich wurde aber auch sichtbar, wie viel Engagement, Zusammenhalt und Zukunftsperspektive in Idensen und Mesmerode vorhanden sind. Die vergangenen Jahre waren geprägt von zahlreichen Herausforderungen, aber ebenso von vielen Menschen, die sich mit Herzblut für unsere Gemeinde einsetzen.
Wie viele Kirchengemeinden im ländlichen Raum erleben auch wir einen Wandel. Der klassische Sonntagsgottesdienst ist längst nicht mehr der einzige Mittelpunkt des Gemeindelebens. Vielmehr sind es die unterschiedlichen Gruppen, Projekte, Feste und Veranstaltungen, die Menschen zusammenbringen. Besonders die Woche der Diakonie, die Arbeit unserer Ehrenamtlichen, die zahlreichen Angebote des Freundeskreises Sigwardskirche sowie der Einsatz unserer Mitarbeitenden haben gezeigt, wie lebendig unsere Gemeinde ist. Ohne dieses Engagement wäre vieles nicht möglich.
Gleichzeitig stehen wir vor strukturellen und finanziellen Herausforderungen. Die Zahl der Gemeindeglieder ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. Während zur Jahrtausendwende noch knapp 1.100 Menschen zur Kirchengemeinde gehörten, sind es heute rund 650. Mit den sinkenden Mitgliederzahlen gehen auch geringere finanzielle Zuweisungen der Landeskirche einher. Hinzu kommt die Verantwortung für unsere beiden historischen Kirchengebäude, deren Erhalt erhebliche Mittel erfordert. Dennoch ist es dem Kirchenvorstand gelungen, die vergangenen Jahre wirtschaftlich solide zu gestalten und die vorhandenen Ressourcen verantwortungsvoll einzusetzen.
Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich der Kirchenvorstand intensiv mit der Zukunft unserer Gemeinde. Ziel ist es, gemeinsam mit den Kirchengemeinden Bokeloh und der Stiftskirchengemeinde einen Weg zu finden, der langfristig tragfähig ist. Die Gespräche über eine mögliche Fusion haben bereits begonnen. Dabei geht es nicht darum, Bestehendes aufzugeben, sondern gemeinsam etwas Neues zu schaffen. Lokale Angebote und gewachsene Gemeinschaften sollen erhalten bleiben und gleichzeitig neue Möglichkeiten entstehen. Durch die Bündelung von Kräften können Verwaltung, Organisation und kirchliches Leben langfristig gesichert werden.
Eine besonders erfreuliche Nachricht betrifft die personelle Zukunft unserer Gemeinde. Pastorin Nikola Lenke, die unsere Kirchengemeinde über viele Jahre begleitet und geprägt hat, wird ihren Dienstumfang im kommenden Jahr zum 1.8. reduzieren und nur noch für das Hölty-Gymnasium tätig sein. Umso größer ist die Freude darüber, dass mit Birgit Lang bereits eine Nachfolgerin bereitsteht. Seit dem 1. Oktober ist sie Pastorin in Bokeloh. Ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, und ihr Blick auf die Zukunft machen Mut. Sie steht sinnbildlich dafür, dass kirchliches Leben in unserer Region nicht endet, sondern sich weiterentwickelt. Gerade in Zeiten des Wandels ist dies ein wichtiges Zeichen. Nikola Lenke selbst betonte auf der Gemeindeversammlung ihre Freude darüber, dass die Zukunft der pfarramtlichen Versorgung gesichert ist und die Gemeinden mit Zuversicht nach vorn schauen können.
So bleibt nach der Gemeindeversammlung vor allem eine Erkenntnis: Die Rahmenbedingungen mögen schwieriger werden, doch die Zukunft unserer Gemeinde wird weiterhin von Menschen gestaltet, die Verantwortung übernehmen, Gemeinschaft leben und den Glauben vor Ort mit Leben füllen.