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Neuigkeiten unserer Gemeinde

Wer erkennt es – August 2022

Im August ist es warm. Der Sommer ist heiß und macht uns träge. Wie ist dann die Luft doch herrlich nach einem Sommergewitter. Und während des Gewitters freut man sich schon auf die frischen Windböen, genießt das Wetterspiel aus Wolken, Blitz und Donner. Zumindest ich mag Gewitter gerne. Es gibt auch Menschen die diese nicht so mögen, und die haben oft gute Gründe dafür. Sei es, dass der Blitz ihr Eigentum wirklich zerstört hat, sei es, dass der Donner sie an Kriegszeiten erinnert. Bei meiner Oma war es letzteres. Was eigentlich erstaunlich ist: man zuckt bei dem Donner, dem harmlosen Teil, eher zusammen, als dass man die Gefahr des Blitzes erkennt. Nun, ob Sie Gewitter mögen oder nicht: das Lied in diesem Monat handelt von Blitz und Donner.

Hier der Text:

Nur ein Neuling mit einer Schnellzündung
Ich war verklemmt, will loslassen
Ich träumte von größeren Dingen
Und will mein eigenes Leben hinter mir lassen
Kein Ja-Sager, kein Mitläufer,
Pass in die Schublade, pass in den Rahmen
nimm im Foyer Platz, zieh eine Nummer
Ich war Blitz vor dem Donner

Donner, Donner
Donner, Don-, Donner
Don-, Don-, Donner, Donner, Donner
Donner, Don-, Donner
Don-, Don-, Donner, Donner

Donner, fühle den Donner
Blitz und Donner
Donner, fühle den Donner
Blitz und Donner
Donner, Donner
Donner


Kinder lachten in meinem Unterricht
Während ich für die Massen plante,
Was glaubst du wer du bist?
Träumte davon ein großer Star zu sein
Du sagst: du bist gewöhnlich, du sagst: du bist einfach
Du wirst immer auf dem Rücksitz fahren
Jetzt lächle ich von der Bühne, während
Du aus der letzten Reihe klatschst

Donner, Donner
Donner, Don-, Donner
Don-, Don-, Donner, Donner, Donner
Donner, Don-, Donner
Don-, Don-, Donner, Donner

Donner, fühle den Donner
Blitz und Donner
Donner, fühle den Donner
Blitz und Donner
Donner, Donner
Donner

Donner, fühle den Donner
Blitz und Donner, Donner


Donner, fühle den Donner
Blitz und Donner, Donner
Donner, fühle den Donner
Blitz und Donner, Donner
Donner, fühle den Donner
Blitz und Donner, Donner
Donner, fühle den Donner (fühle den)
Blitz und Donner, Donner

Donner, Donner, Donner
Don-, Don-, Don-, Donner
Donner, Donner, Donner
Don-, Don-, Don-, Donner
Donner, Donner, Donner
Don-, Don-, Don-, Donner
Donner, Donner, Donner
Don-, Don-, Don-, Donner

Da ist jemand, der hat einen Traum, einen großen Traum. Er will auf der Bühne stehen und die Massen erfreuen, dabei ist er im echten Leben unauffällig, eher jemand, den man als Looser bezeichnen würde. Deshalb wird er auch von den Mitmenschen gemobbt: Du willst etwas Besonderes sein? Schau dich doch einmal an!  Du bist ein Nichts, ein Niemand! Wie verletzend muss das gewesen sein.

Dabei ist doch jeder Mensch etwas Besonderes, mit besonderen Fähigkeiten, mit besonderen Möglichkeiten. Jeder Mensch ist ein Mensch, der von Gott gewollt ist!

Ein bisschen erinnert mich die Geschichte aus dem Lied an die Lebensgeschichte von Hape Kerkeling, ein Ulkmacher schon von Kindesbeinen an. Auf jeder Familienfeier hatte er seinen Auftritt, Schulaufführungen waren seine Leidenschaft. Und doch war er ein Einzelgänger, hatte kaum Freunde. War er ihnen zu auffällig, zu wenig angepasst?  „Pass in die Schublade, pass in den Rahmen“, so heißt es im Lied. Aber wenn jeder in den Rahmen passt, woher kommen dann die großen Künstler, die Erfinder, die Weiterdenker, die Revolutionäre? Es würde sie schlicht nicht geben.

Das „Nicht-angepasst-Sein“: ist es ein Grund für Mobbing? Oft wird in einer Gruppe jemand gesucht, den man ärgern kann, der sich nicht wehrt (oder wehren kann). Der verlacht wird, egal wie sehr er sich anstrengt, und auch egal, wie gut die jeweilige Aktion auch gerade ist. Oft genug ist sie nicht gut, da greift die selbsterfüllende Prophezeiung. Der Druck ist viel zu groß, als das etwas Großes dabei herauskommen kann. Und wenn es dann doch passiert, dann kommt eine große Persönlichkeit dabei heraus. Wie Hape Kerkeling und wie der Songschreiber, der auf der Bühne steht. Und diejenigen, die ihn verlacht haben, die stehen in der letzten Reihe. Für diese ist er jetzt unerreichbar.

Ich frage mich, wie man sich in einer solchen Situation fühlt. Erhaben? Rachelustig? Belustigt? Ich habe keine Ahnung. Es kommt sicher auch darauf an, wie stark der Druck gewesen ist, den derjenige erfahren hat.

In dem Lied ist der Sänger der Blitz vor dem Donner, also das Gefährliche an einem Gewitter. Er muss nicht laut sein. Was laut ist, ist das Ergebnis, das er erzielt: der Einschlag. Und je näher der Einschlag ist, desto lauter der Donner, desto eindringlicher. Das klingt nicht versöhnlich, es klingt rachelustig. Und dennoch: dadurch, dass er unerreichbar ist, sind es seine Peiniger von damals auch. Sie stehen in der letzten Reihe. Und das ist ja vielleicht gut so.

In Psalm 147,3 heißt es: „Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden“. Wir können auf Gott vertrauen: er hilft uns, wenn wir auf ihn vertrauen. Oft aber nicht von jetzt auf gleich.

Ein Sprichwort sagt: Zeit heilt alle Wunden. Manchmal muss es viel Zeit sein, wenn die Wunden arg tief sind. Und manchmal, wenn man sich nicht vorsieht, reißen Wunden auch wieder auf und heilen noch langsamer. Aber dennoch glaube ich an dieses Sprichwort. Die Wunde, die in meine Seele gerissen wurde, hat auch mir eine Erfahrung gegeben. Eine Erfahrung, mit der ich – wenn ich sie verarbeitet habe – andere Situationen bewerten und dann auch anders handeln kann. Und so, glaube ich, werden meine Wunden geheilt. Nicht durch Rache, nicht durch Aggression, nicht durch „Zurück-Verletzen“.

Und? Wer hat es erkannt? Es ist das Lied „Thunder“ von den Imagine Dragons. Das Lied erschien im April 2017. Es erreichte Platz 4 der US Billboard Charts und erreichte auch die Top 10 in Australien, Österreich, Belgien, Kanada, Deutschland, Italien, Neuseeland, Polen, der Slowakei, Slowenien, Schweden.

Zum Inhalt findet sich folgendes im Internet:

„Thunder“ ist ein Lied der Rockband Imagine Dragons. Der Text des Songs handelt im Wesentlichen von der Band (insbesondere dem Leadsänger der Band, Dan Reynolds) und davon, wie er alle Herausforderungen seines Lebens gemeistert hat, um seinen lang gehegten Traum zu verwirklichen, eine globale Ikone in der Musikindustrie zu werden. In den Texten erwähnt Reynolds, dass er als Kind aufgewachsen ist und davon geträumt hat, ein Superstar zu werden. Er fährt fort, darüber zu singen, wie er von seinen Kumpels verspottet wurde, die seinen Traum, in der Musikindustrie groß rauszukommen, für einen Witz hielten.

Im Gespräch mit der Tageszeitung Las Vegas, dem Las Vegas Review-Journal , brachte Reynolds mehr Licht in die Bedeutung des Textes von „Thunder“. Ihm zufolge geht es in den Texten darum, wie die Hindernisse in seinem Leben, wie eine „beschissene“ Schule und der „Schmiss“ aus dem College, ihn dazu gebracht haben, in der Musik erfolgreich zu sein. Er fügte hinzu, dass diese Hindernisse eine große Wut in ihm erzeugten, die schließlich „Kunst“ hervorbrachte. (https://www-songmeaningsandfacts-com.translate.goog/meaning-of-thunder-by-imagine-dragons/?_x_tr_sl=en&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de&_x_tr_pto=sc)

Ich wünsche uns allen, dass wir solche Erfahrungen möglichst nicht machen müssen. Wenn wir sie aber machen, dass wir die Zeit haben, sie in Erfahrungen umzuwandeln, um die Angreifer das nächste Mal gut abwehren zu können.

geschrieben von Kirsten Gutleben

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