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Neuigkeiten unserer Gemeinde

Wer erkennt es – November

Schon ist wieder die dunkle Jahreszeit angebrochen. Wenn man es positiv sieht: Die Jahreszeit, in der es schön ist, nach Hause zu kommen und den Tag bei einer Tasse Tee und Kerzenschein Revue passieren zu lassen. Ich habe dieses Mal ein Lied herausgesucht, von dessen Songwriter ich bereits ein Lied hier vorgestellt habe. Tatsächlich habe ich das Lied noch nicht im Radio gehört. Aber der Künstler versteht es, einem am Herz zu rühren. Hier erst einmal der Text:

Ich fand Gott an der Ecke der 1. Straße
Dort wo der Westen so gut wie gewonnen hatte
Ganz alleine rauchte er seine letzte Zigarette,
ich sagte: „Wo warst du?“ Er sagte: „ Frag irgendwas“

Wo warst du, als alles auseinander brach?
So viele Tage verbrachte ich am Telefon, das nicht einmal klingelte
Und ich brauchte doch nur einen Anruf, der nie kam
Zu der Ecke der 1. Straße

Verloren und unsicher, so fandest du mich, ja so fandest du mich
Auf dem Boden liegend, umgeben von, umgeben von
„ Wieso hast du gewartet? Wo warst du? Wo warst du?“
Du hast mich ein bisschen zu spät gefunden


Jedoch steht am Ende jeder alleine da
Ich hab sie verloren, die einzige, die jemals wusste
Wer ich bin, wer ich nicht bin und wer ich gerne sein würde
Keineswegs wusste ich, wie lange sie neben mir sein würde

Verloren und unsicher, so fandest du mich, ja so fandest du mich
Auf dem Boden liegend, umgeben von, umgeben von
„ Wieso hast du gewartet? Wo warst du? Wo warst du?“
Du hast mich ein bisschen zu spät gefunden

Am frühen Morgen, die Stadt erwacht,
Und ich habe jahrelang gerufen,
Doch du hast mir nie eine Mitteilung hinterlassen
Du hast mir nie einen Brief geschickt
Du hattest die Frechheit, nie das zu tun, was ich wollte

Verloren und unsicher, so fandest du mich, ja so fandest du mich
Auf dem Boden liegend, umgeben von, umgeben von
„ Wieso hast du gewartet? Wo warst du? Wo warst du?“
Du hast mich ein bisschen zu spät gefunden

Wieso musstest du so lange warten um mich zu finden?

 

Allein der Anfang ist schon ein gewaltiger Einstieg: „Ich fand Gott an der Ecke der 1. Straße“. Wie hat er ihn erkannt? Oder hat Gott ihn erkannt und angerührt? Immerhin wird im Laufe des Textes klar, dass Gott ihn gefunden hat, nicht umgekehrt. Nehmen wir also an, dass Gott sich ihm gezeigt hat und er so seine Fragen, ja geradezu Anklagen äußern konnte.

Wenn man den Text genau liest, dann ist hier ein sehr einsamer Mensch. Ein Mensch, der am Telefon wartete, aber kein einziger Anruf kam. Die einzige Person, zu der er Bezug hatte, kommt in seinem Leben nicht mehr vor. Und wen er nicht gefunden hat, das war Gott. Das ist so traurig, steht ER uns doch immer bei und unterstützt uns. „Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt" , so steht es in Matthäus 28, 20).

„Und ich habe jahrelang gerufen, doch du hast mir nie eine Mitteilung hinterlassen. Du hast mir nie einen Brief geschickt. Du hattest die Frechheit, nie das zu tun, was ich wollte“ Ja, so funktioniert das nicht. Für die Mitteilung von Gott muss man ein offenes Herz haben und genau hinhören. In der Regel hinterlässt er keine Mitteilung auf dem Anrufbeantworter und sendet auch keine Briefe. Und Er tut nicht unbedingt das, was man erwartet oder erhofft. Sondern geht einen Umweg und zeigt sich in unerwarteten Begegnungen oder Zeichen.

Aber ehrlich: wenn es einem nicht so gut geht, dann ist es schwierig, diese Zeichen zu erkennen und zu lesen. Man ist mit sich selbst beschäftigt. Man hadert mit dem Geschehen. Hat man dann den Blick für das Göttliche? Sollte man, denn die Hand ist gereicht, die Hilfe ist immer angeboten.

Am Ende des Liedes ist klar: der Sänger hat sich umgebracht, ist von einem Dach gesprungen. Er wusste nicht mehr weiter. Er sagt, Gott hat ihn zu spät gefunden. Ich sage, er hat Gott zu spät erkannt. Kann man ihm ein Vorwurf machen? Darauf mag ich keine Antwort geben. Zu richten ist nicht meine Sache, es ist eine Sache Gottes. Aber ich kann sagen, dass sich seine Umgebung nicht gekümmert hat, und das macht mich traurig.

Eigentlich muss kein Mensch sich einsam fühlen. Und dennoch kommt das immer wieder vor. Ist es so schwer, sich Zeit für einen Menschen um einen herum zu nehmen? Mit ihm ein wenig Zeit zu verbringen und ihm zuzuhören? Hier bei uns im Dorf sollte man meinen, dass dies nicht passieren kann. Tut es aber!

Und? Wer hat es erkannt? Es ist das Lied „You found me“ von dem Künstler The Fray. The Fray amerikanische Indie Rock-Band aus Denver, die aus vier Mitgliedern besteht.

„Es (das Album) wurde im November 2008 als Lead-Single ihres gleichnamigen zweiten Studioalbums veröffentlicht. Live-Auftritte des Songs von Konzerten in Europa tauchten Ende 2007 auf YouTube auf, als der Song den Titel "Amistad" trug. Der Song war nach „How to Save a Life“ und „Over My Head (Cable Car) “ die dritte Single der Gruppe, die in den Vereinigten Staaten 2 Millionen Downloads verkaufte. Bis Februar 2015 wurden in den USA 3,6 Millionen Exemplare verkauft, was es zu einem der am häufigsten heruntergeladenen Rocksongs macht. Die Single wurde 2009 von der RIAA und der ARIA mit Doppelplatin ausgezeichnet. Das Lied wurde auf Platz 13 der Hot 100 Songs of 2009 - Liste und auf Platz 36 der Billboard - Liste der besten Pop-Songs für Erwachsene des Jahrzehnts eingestuft. Es wurde auch Nr. 42 auf Billboards Top 100 Digital Tracks of the Decade - Liste und Nr. 61 auf der ARIA-Liste der Top 100 Tracks des Jahrzehnts eingestuft.“ (https://en.wikipedia.org/wiki/You_Found_Me)

„Der Leadsänger und Songwriter der Band, Isaac Slade, begann 2007 mit dem Schreiben der Texte zu "You Found Me". Alles begann mit einem Traum. Laut Slade entstand die Idee für das Lied irgendwann im Jahr 2006, als er anfing, seinen Glauben in Frage zu stellen, nachdem er sich gefragt hatte, warum guten Menschen schlechte Dinge passieren. Als Christ erzogen, ist Slades Glaube wichtig für ihn. Zum Zeitpunkt des Schreibens des Songs durchlebte er eine schwierige Zeit, in der seine Familienmitglieder und Freunde persönliche Tragödien erlebten. Slade wurde von einem Traum inspiriert, in dem er zufällig an einer Straßenecke auf Gott traf, der "aussah wie Bruce Springsteen, der eine Zigarette rauchte". "You Found Me" war ein schwieriger Song für ihn. Er träumte davon, es mit Gott auszuhalten und ihn zu fragen, warum so schreckliche Dinge guten Menschen in seinem Leben widerfuhren, die sie nicht verdienten. Zu dieser Zeit stellte Slade seinen eigenen Glauben in Frage und das Lied entstand aus dieser Infragestellung und Frustration darüber, wie die Dinge waren.

Der ursprüngliche Titel des Liedes war Amistad. Amistad bedeutet Freiheit. Der Titel wurde später in You found me geändert. Das Lied ist eine Anspielung auf das Buch Hiob in der Bibel. Im Buch Hiob fragt ein rechtschaffener und treuer Mann Gott, warum er leiden muss. Das Lied "You Found Me" ist in der Tat eine Anspielung auf das Buch Hiob. Obwohl er ein Mann des Glaubens ist, beginnt Slade, seinen Glauben in Frage zu stellen, um herauszufinden, warum gute Menschen leiden müssen. Die Schuld des schwankenden Glaubens führt ihn dazu, Gott zu sagen, dass er ihn trotz aller Zweifel und Frustrationen, die er hatte, endlich "gefunden" hat. Der Titel ist eine Bestätigung des Glaubens an Gottes Wege und ein Verständnis, dass Gott trotz aller Prüfungen, die auf uns zukommen können, für uns da ist.“ (aus: https://sharpens.org/lyrics/meaning/you-found-me-by-the-fray)

Und der Schluss dieses Artikels ist das, was man trotz dieser negativen Stimmung aus dem Lied mitnehmen kann: Gott ist trotz aller Widrigkeiten für uns da. Er zeigt sich nicht immer so, wie man es erwartet. Aber wir können sein Botschafter sein. Indem wir da sind und uns Zeit nehmen für unser Gegenüber. Ich wünsche uns allen, dass wir niemals so einsam und verzweifelt sind. Und ich wünsche uns, dass wir die Zeichen erkennen, wenn unser Gegenüber uns braucht.

geschrieben von Kirsten Gutleben



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