Kirchengemeinde
Idensen-Mesmerode

 

 

 

 

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WererkenntNov26

Wer erkennt es – November 2026

Schon ist November, es ist dunkel, neblig, nass und windig. Keine schöne Zeit, um draußen zu sein. Aber umso schöner, sich zuhause einzukuscheln bei einer schönen Tasse Tee und Kerzenlicht. Vom Titel her scheint das Lied nicht zu diesem Monat zu passen, meiner Meinung aber vom Inhalt umso mehr. Aber macht euch selbst ein Bild. Hier der Text:

Der Sommer ist gekommen und gegangen.
Die Unschuldigen können nie bestehen.
Weck mich auf, wenn der September vorbei ist.

So wie mein Vater von uns gegangen ist,
sind sieben Jahre so schnell vergangen.
Weck mich auf, wenn der September vorbei ist.

Hier kommt wieder der Regen.
Fällt von den Sternen
Wieder mit meinem Schmerz durchtränkt,
werden wir, wer wir sind.

Meine Erinnerungen ruhen,
jedoch vergesse ich nie was ich verloren habe.
Weck mich auf, wenn der September vorbei ist.

Der Sommer ist gekommen und gegangen.
Die Unschuldigen können nie bestehen.
Weck mich auf, wenn der September vorbei ist.


Läute wieder die Glocken.
Wie wir es getan haben, als der Frühling begonnen hat.
Weck mich auf, wenn der September vorbei ist.

Hier kommt wieder der Regen.
Fällt von den Sternen
Wieder mit meinem Schmerz durchtränkt,
werden wir, wer wir sind.

Meine Erinnerungen ruhen.
Jedoch vergesse ich nie was ich verloren habe.
Weck mich auf, wenn der September vorbei ist.

Der Sommer ist gekommen und gegangen.
Die Unschuldigen können nie bestehen.
Weck mich auf, wenn der September vorbei ist.

So wie mein Vater gekommen ist, um von uns zu gehen.
Sind zwanzig Jahre so schnell vergangen.
Weck mich auf, wenn der September vorbei ist.

Weck mich auf, wenn der September vorbei ist.
Weck mich auf, wenn der September vorbei ist.

Kennt ihr das auch: eine bestimmte Jahreszeit, ein bestimmtes Lied, ja manchmal sogar ein bestimmtes Gefühl erinnert einen an eine geliebte Person, die man verloren hat. Mir geht es tatsächlich so mit meiner Großmutter, die mich in meiner Kindheit sehr geprägt hat. Wie viele Stunden ich bei und mit ihr verbracht habe, ist nicht zählbar. Ich denke monatelang nicht an sie und plötzlich – bumm – erscheint sie mir vor meinem Auge. Das kann eine Szene, eine Bemerkung oder auch ein Gefühl sein, dass dann hochkommt. Die Auslöser sind immer unterschiedlich, aber sie, die Person, geht mir nicht aus dem Sinn. Dabei ist es schon Jahrzehnte her, als sie verstarb.

In dem Lied geht es auch um einen Todesfall. Vor sieben Jahren (am Ende des Liedes sind es zwanzig Jahre) ist der Vater verstorben. Offenbar im September, denn diese Monat ist für den Sänger der Trigger, um an ihn zu denken.

„So wie mein Vater von uns gegangen ist,
sind sieben Jahre so schnell vergangen.
Weck mich auf, wenn der September vorbei ist.“

So heißt es in dem Lied. Oder auch in dieser Strophe:

„Meine Erinnerungen ruhen,
jedoch vergesse ich nie was ich verloren habe.
Weck mich auf, wenn der September vorbei ist.“

„Hier kommt wieder der Regen.
Fällt von den Sternen
Wieder mit meinem Schmerz durchtränkt,
werden wir, wer wir sind.“

Hier eine Zeile, in der ich ins Grübeln komme. Werden wir im Schmerz die, die wir sind? In tiefem echten Schmerz bleibt kein Platz fürs Scheinen, kein Platz für „ich bin“ nur für „ich fühle“.

Aber das ist doch bei allen großen Gefühlen so, oder? Im Leid, aber auch in der Liebe, im tiefen Neid und in echtem Hass – hierneben gibt es nichts Gestelltes, nur das direkte Gefühl. Ich nehme mal das Positive heraus. In der ersten Zeit der großen Verliebtheit sieht man die Welt mit einer rosaroten Brille, man möchte die Welt umarmen und ist einfach nur glücklich. Echte Liebe ist aber auch ein Gefühl des Angenommenseins, da braucht es halt nicht, dass man sich verstellt oder besser darstellt. Man ist ja genug. Genauso sehe ich das beim Leid oder Schmerz.

Und noch eine weitere Zeile bringt mich ins Denken:

„Läute wieder die Glocken.
Wie wir es getan haben, als der Frühling begonnen hat.“

Wenn im Frühling die Glocken läuten (also so richtig) bin ich bei Ostern, am Ostermorgen, wenn wir die Auferstehung Jesu feiern. Und auch der Frühling selber ist ja eine Auferstehung der Natur aus dem kleinen Tod des Winters. Hier sollen die Glocken geläutet werden, wenn der September vorbei ist, also auch der Sommer und die „schöne“ Jahreszeit?

Für den Sänger scheint der September der Monat des kleinen Todes zu sein. Diesen will er nicht erleben, er will ihn wie im Winterschlaf verpassen. So sehr scheint ihn der Schmerz zu treffen. Ob er hier an die Auferstehung von Jesus denkt, weiß ich nicht. Vielleicht ist es einfach das Gefühl, eine dunkle Zeit hinter sich gebracht zu haben und jetzt wieder froh sein zu können, zu leben.

Also: lassen wir die innerlichen Glocken läuten, wenn wir eine dunkle innere Jahreszeit hinter uns gebracht haben! Das kann auch der November sein, dunkel und nass wie er oft ist. Die guten gemütlichen und besinnlichen Stunden, die kommen dann im Dezember. Darauf können wir uns freuen.

Und wir wissen: nach jeder dunklen Stunde kommt irgendwann eine helle, fröhliche Zeit! Ding-Dong!!

Und? Habt ihr es erkannt? Es ist das Lied „Wake me up when September ends“ von Green Day. Es erschien am 17. September 2004 als Teil des Albums American Idiot und wurde am 13. Juni 2005 als Single veröffentlicht. Erstaunlich, oder? Es erschien im September...

Obwohl klar ist, dass das Lied vom Tod des Vaters handelt, ist die Handlung des Musikvideos eine komplett andere. „Es handelt von einem jungen Paar, welches von den Schauspielern Evan Rachel Wood und Jamie Bell gespielt wird, das durch die Einberufung des Jungen in die Armee getrennt wird. Das Ende der Handlung bleibt jedoch offen. Zwar sieht man den jungen Mann im Krieg kämpfen, wobei er auch in ein Gefecht verwickelt wird, doch man erfährt nichts über sein weiteres Schicksal und das seiner Freundin, die auf ihn wartet“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Wake_Me_Up_When_September_Ends)

Allein daran erkennt man, denke ich, dass es nicht nur um den Tod oder vermisste Personen geht, sondern um das Leid an sich. Was schreibt denn das Netz über dieses Lied?

„September 1982: Ein zehnjähriger Junge muss damit klarkommen, dass sein Vater stirbt. Ein geliebter Mensch, der plötzlich nicht mehr da ist. Eine Lücke ins Leben reißt. Der Junge ist Billie Joe Armstrong – und über 20 Jahre später macht er als Kopf der Band Green Day einen Song daraus. Weck mich auf, wenn dieser September vorbei ist. Ein September, der für Billie Joe wie ein Albtraum war.

„Der Sommer ist gekommen und gegangen, Unschuldiges kann nicht ewig andauern.
So wie damals mein Vater starb. Zwanzig Jahre sind so schnell vorbeigegangen.
Deshalb weck mich erst auf, wenn dieser September zu Ende geht.“

Doch in diesem Song steckt eine tiefere Bedeutung als die Trauer eines Jungen über den Tod seines Vaters: Denn zwischen diesem Ereignis und dem Erscheinen des Songs im Jahr 2005 hat sich ein bewegendes Ereignis in das kollektive Gedächtnis der USA eingebrannt: der 11. September 2001 mit den Attentaten auf die Freiheit des Westens, symbolisiert durch die Zerstörung des World Trade Centers. Mit der Folge von rund 3.000 Toten. Und all den Verletzten und Helfern, die durch das Einatmen von Asbest und Schwermetallen aus den Trümmern sowie brennendem Flugzeugbenzin Spätfolgen davontragen – bis hin zum Krebstod. Im zum Song gehörenden Videoclip lässt ein junger Soldat seine Freundin zurück. Er kämpft nun für Freiheit und Demokratie, so auch das

Selbstverständnis der meisten US-Amerikaner. Der traurigste September der US-Geschichte: da möchte man abtauchen, ganz tief schlafen und erst dann geweckt werden, wenn der Albtraum vorüber ist. Auffällig dann dies hier:

„Durchnässt in meinen Schmerzen bin ich dabei zu werden, was ich bin.“

Ein großartiges Bild, das bedeutet: Auch brutale Sinnlosigkeit kann einen tieferen Sinn haben: Denn Schmerzen und Verluste lassen eine Person reifen und stark werden. Und gleich zwei weitere Botschaften stecken im Song: Streite dich nicht mit den Menschen, die du liebst. Denn heute könnte der letzte Tag sein, an dem du mit ihnen zusammen bist. Und letztlich: Weck mich, wenn dieser September vorbei ist. Oder mit anderen Worten: Es gibt die berechtigte Hoffnung, dass irgendwann alles Übel ein Ende findet.“

https://www.heavenonair.de/radio/radio-salue/green-day-wake-september-ends/

Dem ist, denke ich, nichts hinzuzufügen.

Ich wünsche uns allen möglichst wenig schwarze Momente, aus denen wir aber gestärkt hervorkommen. Ich wünsche uns immer jemanden an unserer Seite, der uns durch diese Zeiten trägt.

geschrieben von Kirsten Gutleben

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Der aktuelle Gemeindebrief von Gemeindebrief von Juni bis August 2026 ist online verfügbar.

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Auch der neue Gemeindebrief von September bis November 2026 ist bereits verfügbar:

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Nächste Gottesdienste

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Gottesdienst
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Gottesdienst
01.11.26 10:30 - 11:30
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15 Nov.
Andacht zum Volkstrauertag
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15.11.26 15:00 - 16:00
[Gottesdienst der Gemeinde außerhalb]
Andacht zum Volkstrauertag
15.11.26 15:00 - 16:00
6 Dez.
Gottesdienst zum 2. Advent
Neue Kirche [Saal]
06.12.26 10:30 - 11:30
[Gottesdienst in der neuen Kirche]
Gottesdienst zum 2. Advent
06.12.26 10:30 - 11:30
20 Dez.
Gottesdienst zum 4. Advent mit Friedenslicht
Neue Kirche [Saal]
20.12.26 18:00 - 19:00
[Gottesdienst in der neuen Kirche]
Gottesdienst zum 4. Advent mit Friedenslicht
20.12.26 18:00 - 19:00
24 Dez.
Heiligabend-Gottesdienst mit Krippenspiel
Neue Kirche [Saal]
24.12.26 15:00 - 16:00
[Gottesdienst in der neuen Kirche]
Heiligabend-Gottesdienst mit Krippenspiel
24.12.26 15:00 - 16:00

Weitere nächste Veranstaltungen

2 Nov.
Krabbelgruppe
Neue Kirche [Gruppenraum]
02.11.26 10:00 - 12:00
[Gemeindearbeit]
Krabbelgruppe
Datum 02.11.26 10:00 - 12:00
2 Nov.
Krippenspielbesprechung
Neue Kirche [Gruppenraum]
02.11.26 17:30 - 19:00
[Gemeindearbeit]
Krippenspielbesprechung
02.11.26 17:30 - 19:00
2 Nov.
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[Kirchenvorstand]
Kirchenvorstandssitzung - öffentlich
02.11.26 19:00 - 22:00
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9 Nov.
Krabbelgruppe
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Krabbelgruppe
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[Gemeindearbeit]
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