Wer erkennt es – Juni 2026
Und schon ist das halbe Jahr wieder um, der Frühsommer lacht aus allen Poren. Genießen wir diese wunderschöne Jahreszeit! Ich habe uns dieses Mal ein Lied herausgesucht, welches mir an Himmelfahrt über den Weg lief. „Gemeinsam im Glauben“ war der Titel dieses Gottesdienstes, und um Gemeinsamkeit geht es genau in diesem Lied. Hier der Text:
Du kannst meinen Weg gehen
Du kannst meine Schuhe tragen
Lernen zu sprechen wie ich
Und auch ein Engel zu sein
Aber vielleicht
Wirst du dich niemals so fühlen
Wirst du mich niemals kennenlernen
Aber ich kenne dich
Ich singe es jetzt
Die Dinge können nur besser werden
Können nur besser werden
Wenn wir darüber hinwegkommen
Das bedeutet ich
Und das bedeutet auch du
Also bring' mir jetzt bei, dass
Die Dinge nur besser werden können
Besser werden können
Besser werden können
Bring es zum Rollen von hier an
Du weißt, ich weiß,
Dass Die Dinge nur besser werden können
Ich verliere mich manchmal in mir selbst
Ich verliere den Bezug zur Zeit
Und ich kann den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen
Du sagtest ich hätte sie angezündet
Die Brücken niedergebrannt, als du gegangen bist
Ich bin zu schwach um dich zu bekämpfen
Ich hab meine persönliche Hölle damit klarzukommen
Dann sagst du
Geh meinen Weg
Trage meine Schuhe
Sprich so
Ich werde ein Engel sein
Und Die Dinge können nur besser werden
Können nur besser werden
Jetzt wo ich dich gefunden habe
Die Dinge können nur besser werden
Können nur besser werden
Jetzt wo ich dich gefunden habe
Und dich, und dich
Du hast mir Präjudiz und Habgier gezeigt
Und du hast mir gezeigt,
Wie Ich lernen muss mit dieser Krankheit klarzukommen
Ich sehe die Dinge jetzt in einem anderen Licht, als wie ich es vorher getan habe
Ich habe die Ursache herausgefunden
Und ich denke, dass du meine Heilung sein kannst
Also lehre mich
Deinen Weg zu gehen
Deine Schuhe zu tragen
So zu reden
Ich werde ein Engel sein
Und Die Dinge können nur besser werden
Können nur besser werden
Jetzt wo ich dich gefunden habe
Die Dinge können nur besser werden
Können nur besser werden
Jetzt wo ich dich gefunden habe
Und dich, und dich
Dinge können nur werden
Dinge können nur besser werden
Können nur besser werden
Jetzt wo ich dich gefunden habe
Und dich, und dich, und dich
Dinge können nur besser werden
Können nur besser werden
Jetzt wo ich dich gefunden habe
Wer kennt das nicht: man ist in tiefer Not, verzweifelt, weiß gerade keinen Ausweg mehr. Man fragt um Rat und erhält ihn: Es kann nicht mehr schlimmer kommen. Oder wie hier im Lied: Dinge können nur besser werden. Oft genug werden sie nicht besser, es gibt doch noch etwas, was man nicht bedacht hat, was schlimmer werden kann. Und dennoch liegt in den Worten ein Trost: Du hast das Schlimmste hinter dir, jetzt wird es besser. Aber schauen wir uns das Lied einmal genauer an.
In den ersten beiden Strophen spricht meiner Meinung nach jemand anderes, gibt eine Aufforderung, nachzufolgen.
Du kannst meinen Weg gehen
Du kannst meine Schuhe tragen
Lernen zu sprechen wie ich
Und auch ein Engel zu sein
Aber vielleicht
Wirst du dich niemals so fühlen
Wirst du mich niemals kennenlernen
Aber ich kenne dich
Die Aufforderung so zu denken und zu handeln erinnert mich an die Aufforderung von Jesus zur Nachfolge.
Die Frage „Was würde Jesus tun?“ (im Englischen oft als Kürzel W.W.J.D. bekannt) ist ein zentrales moralisches Leitmotiv. Im christlichen Glauben geht es dabei darum, in jeder Lebenslage die Entscheidungen und Handlungen an der bedingungslosen Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit von Jesus Christus auszurichten.
Im Text wird genau darauf hingewiesen: lerne, so wie ich zu sein - und damit vielleicht sogar zum Engel zu werden. Und dennoch wirst du Jesus nahe sein, aber ihn nicht kennen.
Aber er und Gott kennen dich. Am Anfang von Psalm 139 heißt es:
Herr, du erforschest mich
und kennest mich.
2Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es;
du verstehst meine Gedanken von ferne.
3Ich gehe oder liege, so bist du um mich
und siehst alle meine Wege.
4Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge,
das du, Herr, nicht alles wüsstest.
5Von allen Seiten umgibst du mich
und hältst deine Hand über mir.
6Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch,
ich kann sie nicht begreifen.
Wenn ich die erste Strophe höre, dann denke ich genau an diesen Psalm.
Danach klingt das Lied nach einem Selbstgespräch, nach einem „ich-mache-mir-Mut“-Lied. Denn weiter heißt es:
Ich singe es jetzt
Die Dinge können nur besser werden
Können nur besser werden
Wenn wir darüber hinwegkommen
Das bedeutet ich
Und das bedeutet auch du.
Das sprichwörtliche Pfeifen im Wald, das einem Mut machen soll, ist hier das Singen. Und es ist ja tatsächlich nicht nur ein Sprichwort. Musik hemmt die Aktivität der Amygdala. Diese spielt eine Rolle bei der Entstehung von Angst. Wenn wir also Singen oder Pfeifen tuen wir aktiv etwas gegen unsere Angst vor etwas.
Man kann es hier in dem Lied auch als eine Art Mantra sehen: Alles wird gut, alles wird besser, wir sind zusammen, wir schaffen das, alles wird gut, alles wird besser, … und mündet im Vers:
Also bring' mir jetzt bei, dass
Die Dinge nur besser werden können
Wichtig finde ich hier den „Wir“-Gedanken. Denn man ist nicht allein, bring mir bei bedeutet ja, dass es einen Lehrer und einen Schüler gibt. Der Schüler kann sich auf den Lehrer verlassen, muss eigene Anstrengungen machen, aber steht halt nicht alleine da.
In der kommenden Strophe werden die Probleme einmal verdeutlicht.
Ich verliere mich manchmal in mir selbst
Ich verliere den Bezug zur Zeit
Und ich kann den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen
Du sagtest ich hätte sie angezündet
Die Brücken niedergebrannt, als du gegangen bist
Ich bin zu schwach um dich zu bekämpfen
Ich hab meine persönliche Hölle damit klarzukommen
Die Zweifel und der fehlende Blick für das Ganze werden hier klar. Man sieht den Baum vor lauter Bäumen nicht. Und der Lehrer teilt mit, dass man sich schon ganz der Änderung hingegeben hat, dass man sich doch verändern will, nachfolgen möchte. Damit will er Mut machen, weiterzumachen. Und trotz dieser Worte ist es für den Schüler die persönliche Hölle, hoffnungslos schaut er auf das Ziel, in der Erwartung das Ziel nie erreichen zu können.
Und dann sagt der Lehrer:
Dann sagst du
Geh meinen Weg
Trage meine Schuhe
Sprich so
Ich werde ein Engel sein
„Sprich: Ich werde ein Engel sein“: was man ausspricht wird wahr. Entscheidungen, die man trifft, werden endgültiger, sobald man sie ausgesprochen hat. Oft gibt es dann keine Rückkehr mehr. Oft ist genau das eine Hilfe. Sprich: ich werde ein Engel sein! Eine Hilfe, ein Aufruf nicht aufzugeben.
In der letzten Strophe heißt es:
Du hast mir Präjudiz und Habgier gezeigt
Und du hast mir gezeigt,
Wie Ich lernen muss mit dieser Krankheit klarzukommen
Die Krankheit ist die Krankheit der Gesellschaft, wie sie jetzt miteinander umgeht. Im Text heißt es Präjudiz und Habgier, man kann aber noch viele weitere Eigenschaften benennen, in dieser Ellenbogengesellschaft, wo jeder Einzelne sich selber der Wichtigste ist.
Weiter im Text:
Ich sehe die Dinge jetzt in einem anderen Licht, als wie ich es vorher getan habe
Ich habe die Ursache herausgefunden
Und ich denke, dass du meine Heilung sein kannst
Der Schüler hat gelernt, er geht den Weg des Lehrers, er trägt seine Schuhe und spricht seine Sprache. Und damit sieht er die Dinge in einem anderen Licht. Er sieht die Notwendigkeit, aufeinander Achtzugeben, miteinander zu leben statt gegeneinander; Um mit der Krankheit der Gesellschaft klarzukommen. Diese Krankheit wird, solange wir Menschen auf Erden sind, nie ganz geheilt werden, aber man kann mit ihr klarkommen und ihre Symptome bekämpfen. Und das ist doch schon etwas, oder?
Und so ist am Ende des Liedes die Aussage, die am Anfang nur eine Hoffnung war:
Dinge können nur besser werden
Können nur besser werden
Jetzt wo ich dich gefunden habe
Diese Aussage können wir so stehen lassen.
Und? Wer hat es erkannt? Es ist das Lied „things can only get better“ von der irischen Band D:ream. Das Lied erschien 1993 und war Anfang 1994 für vier Wochen auf Platz 1 in den britischen Single-Charts, in den USA kam sie später dann auf Platz sieben. Peter Cunnah wurde 1966 in Derry, einer der größeren Städte Nordirlands, geboren. Was ein Leben in dieser Zeit in Nordirland für einen Katholiken bedeutet, brauche ich hier, glaube ich, nicht weiter auszuführen. Umso bedeutender ist es, einen solchen Song mit einem solchen Ende zu schreiben. Inspiration für den Song kam, als er nach der Trennung seiner vorherigen Gruppe in London lebte, einen Bürojob machte und von einem Kollegen gesagt wurde: "Keine Sorge. Die Dinge können nur besser werden." https://en.wikipedia.org/wiki/Things_Can_Only_Get_Better_(D:Ream_song)
Im Netz steht dazu:
Das Lied "Things Can Only Get Better" von D:Ream vermittelt eine kraftvolle Botschaft des Optimismus und der Hoffnung auf Veränderung. Der Sänger spricht darüber, wie man die Perspektiven anderer übernehmen und deren Erfahrungen verstehen kann. Es beginnt mit der Idee, dass man sich in die Schuhe eines anderen Menschen hineinversetzen kann, um ihre Sichtweise und Gefühle besser nachzuvollziehen. Diese Verbindung wird jedoch durch die Erkenntnis relativiert, dass man niemals vollständig wissen oder fühlen kann, was der andere durchmacht. Das Hauptthema des Liedes ist die Zusicherung, dass "es nur besser werden kann", besonders wenn man gemeinsam an einem Strang zieht. Der Sänger ruft dazu auf, Hilfe und Unterstützung in diesen schwierigen Zeiten gegenseitig anzubieten. Er beschreibt auch persönliche Kämpfe, wie das Verlieren von sich selbst und den Verlust der Orientierung, und erkennt an, dass jeder Mensch seine eigenen Herausforderungen hat. Darüber hinaus thematisiert der Text gesellschaftliche Probleme wie Vorurteile und Gier und zeigt den Wunsch des Sängers nach persönlichen und gemeinsamen Veränderungen. Die wiederkehrende Botschaft, dass "Dinge nur besser werden können", verstärkt die Idee, dass Hoffnung und Zusammenarbeit der Schlüssel zu einer positiven Zukunft sind. Außerdem erkennt der Sänger, dass die Begegnung mit anderen ihm hilft, neue Einsichten zu gewinnen. Abschließend lässt sich sagen, dass das Lied nicht nur die Notwendigkeit von Veränderungen anspricht, sondern auch die transformative Kraft der Beziehungen hervorhebt.https://musikguru.de/d-ream/bedeutung-things-can-only-get-better-563505.html
Ich wünsche uns allen, dass es uns gelingt, einen anderen Blick auf die Dinge im Leben, die wirklich wichtig sind, zu bekommen. Und ich wünsche uns, dass es uns möglich wird, aufeinander zuzugehen und gemeinsam die Symptome der Krankheit der Gesellschaft anzugehen. Für ein besseres Leben von uns und den anderen, gemeinsam.
geschrieben von Kirsten Gutleben

